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Hannover-Messe 2016

ABB macht den „alten" Elektromotor internetfähig

| Autor: Stefanie Michel

Klaus Allgaier zeigt, dass Frequenzumrichter heute mehr können, als „nur“ die Drehzahl zu regeln.
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Klaus Allgaier zeigt, dass Frequenzumrichter heute mehr können, als „nur“ die Drehzahl zu regeln. (Bild: Stefanie Michel)

Ersatz für Altes, Verbesserungen, Arbeitserleichterungen und Neuheiten – ABB präsentierte auf der Vorpressekonferenz zur Hannover-Messe und zur Light & Building zahlreiche Highlights, die auf den Messen vorgestellt werden. Einen Schwerpunkt bildete die Antriebstechnik mit Motoren und Umrichter.

Mit dem ACH580 wird ABB auf der Light & Building einen neuen HLK-Frequenzumrichter vorstellen, der das Vorgängermodell ablösen soll. Dieser sei zwar noch gut einsetzbar, erklärt Klaus Allgaier, Leiter Branchenmanagement bei ABB Automation Products, aber entspricht aufgrund seines Alters nicht mehr optimal den aktuellen Sicherheitsrichtlinien. Der Neue erfüllt alle Normen für den Einsatz am öffentlichen Netz, erreicht die höchste Wirkungsgradklasse IE2 und ist mit einer externe 25-V-Signalspannungsversorgung ausgestattet. Außerdem zeigt der Hersteller mit diesem Modell, dass ein Frequenzumrichter mehr kann als „nur“ die Drehzahl zu regeln: er prüft beispielsweise vor dem, Start, ob alle Lüftungsklappen des Systems geöffnet sind, er kann sich auf eine Brandsituation einstellen und somit auch bei hohen Temperaturen den Motor für den Lüfter betreiben („Fireman-Override-Funktion“) und er regelt über einen Soll-Ist-Wert-Vergleich, ob das Wasser des Wärmetauschers die richtige Temperatur hat.

Gemeinsame Architektur für Mittel- und Niederspannungs-Frequenzumrichter

Auch für industrielle Anwendungen stehen mit den ACS580- und ACS580MV-Umrichtern neue Produkte zur Verfügung. Mit diesen Schaltschrankgeräten erweitert ABB das Portfolio der Standard-Frequenzumrichter und bietet gleichzeitig über die Produktvarianten im Nieder- und Mittelspannungsbereich eine gemeinsame Antriebsarchitektur an, die auf einheitlichen Schnittstellen und Funktionalitäten über die gesamte Gerätepalette basiert.

Der Gedanke dahinter: Standardisierung. Das treibt ABB voran. So kann der vorgestellte HLK-Umrichter mit Asynchron-,Permanentmagnet- oder Synchronreluktanzmotor betrieben werden. Aufgrund der einheitlichen Antriebsarchitektur der Nieder- und Mittelspannungsumrichter ist es außerdem möglich über die beiden Smartphone-Apps Drivebase und Drivetune die Frequenzumrichter zu optimieren und zu warten. Beide Apps weisen bereits auf die Möglichkeiten des Internet der Dinge (IoT) – oder „Internet of Things, Service and People“ (IoTSP), wie es ABB nennt – hin.

Elektromotor meldet Zustandsdaten und Probleme auf Smartphone

Spannend und noch mehr in Richtung IoT klingt die angekündigte Zustandsanalyse für Niederspannungsmotoren. Die Diskussion um Energieeffizienz ist wahrlich nicht neu, doch noch immer gibt es sehr viel Luft nach oben, bis alle Elektromotoren optimal betrieben werden, so Jonas Spoorendonk, Leiter Motoren & Generatoren in Deutschland bei ABB. Er ist sich sicher: „Wenn man die Möglichkeit hätte, für Millionen von Motoren kostengünstig eine Zustandsanalyse zu machen, dann würden die Anlagenbetreiber ganz viel Geld sparen.“ Und dieser Ansatz wird nun auf der Hannover-Messe 2016 präsentiert: Eine an Seite des Motors angebrachte Sensorbox nimmt Daten zu Temperatur, Vibration oder Überlastung auf, die über ein Smartphone oder Gateway in die Cloud (Server von ABB) geschickt werden. Tritt ein Problem auf, warnt das System und signalisiert Wartungsbedarf. Die Analyse der Daten kann neue Wege für die Optimierung von Betrieb und Wartung der Anlagen erhöhen. Spoorendonk: „Wenn wir alle Möglichkeiten ausnutzen, dann entstehen noch ganz neue Dinge, die wir uns heute gar nicht denken können.“ Denn wer hätte sich vor Jahren vorstellen können, dass der „alte“ Standardmotor noch internetfähig wird?

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