28.09.2006 | Redakteur: Reinhold Schäfer
Schnelle Antriebe für Werkzeugmaschinen erfordern neuartige Schutzvorrichtungen. Fast lautlos und unspektakulär verrichten sie ihren Dienst: die Rede ist von beweglichen Schutzvorrichtungen für...
Schnelle Antriebe für Werkzeugmaschinen erfordern neuartige SchutzvorrichtungenFast lautlos und unspektakulär verrichten sie ihren Dienst: die Rede ist von beweglichen Schutzvorrichtungen für Werkzeugmaschinen. Auch bei diesen Vorrichtungen forderte der technische Fortschritt in der Antriebstechnik die Ingenieurkunst heraus. Denn die Schutzeinrichtungen für die Maschinenführungen mussten sich den immer höheren Geschwindigkeiten der Antriebe anpassen. Vor allem die schnellen Linearantriebe machten große Änderungen notwendig.Die Funktionsfähigkeit der Führungsbahnabdeckungen muss dabei voll gewährleistet sein, weil bei deren Wirkungsverlust die Folgeschäden sehr hoch sind. Bei der Abdeckung von Führungsbahnen in Werkzeugmaschinen werden vor allem technische Textilien als Faltenbalg oder Rollo zum Schutz vor Spänen und Stäuben beim Schleifen, Bohren und Fräsen von Metallen verwendet.Sie müssen wegen des Spänefluges im Maschinenraum bei der Arbeit ohne Kühlmittel temperaturbeständig sein und dabei kurzzeitige Temperaturen bis zu 350 °C ohne Änderung ihrer physikalischen Eigenschaften aushalten. Sie haben hohe mechanische Eigenschaften hinsichtlich vor allem Zug- und Schnittfestigkeit sowie chemische Beständigkeiten zu garantieren und müssen hydrophobe und oleophobe Resistenz bei Anwendung von Kühlmitteln gewährleisten und dabei hohe Geschwindigkeiten und Beschleunigungen aushalten.Mit der Entwicklung des Linearantriebes wurden neue Abdeckelemente erforderlich, die die hohen Geschwindigkeiten auch verkraften. Moderne Produktionstechniken, die Verwendung von neuen Materialien mit höherer Qualität ermöglichten es, Teleskopstahlabdeckungen von hoher Qualität anzubieten.Das Unternehmen P.E.I. in Bologna hat sich erstmals 1980 mit Schutzvorrichtungen für Werkzeugmaschinen befasst. Vor allem zielte man auf die Produktion von einzeln genähten Faltenbälgen, ziehharmonikaartig geklebten Faltenbälgen und kleinen Rolloabdeckungen ab. Alles Produkte, die bis zu diesem Zeitpunkt zu 40% aus Deutschland nach Italien importiert wurden. Mittlerweile ist aus dem einstigen Unternehmen mit einer Produktionsfläche von ehemals 100 m2 ein Unternehmen mit drei Fertigungsstätten und einer Gesamtfläche von 12 900 m2 geworden mit 140 Mitarbeitern. Mittlerweile liefert die P.E.I.-Gruppe 60% ihres Exports nach Deutschland.Wenn man weiß, dass P.E.I. 20% seines Umsatzes auf Auslandsmärkten generiert, versteht man das Engagement: Die P.E.I. GmbH (Deutschland) hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, ihren Umsatz im Laufe des Jahres 2002 um 15% zu steigern. Auf dem deutschen Markt stellen die Rollolösungen, gefolgt von den Teleskopstahlabdeckungen, mit 45% das Gros des Umsatzes der deutschen Filiale dar. Giorgio Tabellini, Präsident der Gruppe P.E.I. erläutert: ,,Wir sind stark am deutschen Markt interessiert, wir haben aber noch viel zu lernen, denn das Geburtsland der Schutzeinrichtungen ist Deutschland. Deshalb sind die Hersteller dort sehr stark und wir wollen von ihnen lernen." Warum Tabellini so am deutschen Markt interessiert ist, gibt er unumwunden zu: ,,Deutschland ist der größte Produzent von Werkzeugmaschinen und deshalb ist der deutsche Markt für uns so wichtig."Erst vor kurzem hat P.E.I. das Werk von Zanini (einer Tochtergesellschaft der Gruppe) durch eine signifikante Erweiterung der Produktionsfläche von 1600 m2 auf nun 4000 m2 erhöht. Der Gesamtinvestitionsaufwand betrug in den letzten drei Jahren 4 Millionen Euro.Wegen der gerade im neuen Werk eingeführten Neuerungen und der für 2003 vorgesehenen Investition in Höhe von 500 000 Euro sieht die Gruppe aus Bologna für das nächste Jahr eine Erhöhung der Produktion von Teleskopabdeckungen von 30% gegenüber 2002 voraus.Um stets Hochtechnologie-Produkte anbieten zu können, die eine prompte Reaktion auf die sich ständig wandelnden Markterfordernisse erlauben, investiert die Gruppe P.E.I. jedes Jahr 4% des eigenen Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Dank bedeutender Investitionen in die Informatik (mehr als 130000 Euro im Jahr 2001) ist die Gruppe aus Calderara di Reno nach eigenen Angaben das einzige Unternehmen seiner Branche, dass über richtungsweisende Software verfügt, die eigens für die Entwicklung der eigenen Produkte entwickelt wurde: Faltenbälge, Rollo-Abdeckungen, Ab-deckenschützen und Teleskopabdeckungen.,,Unsere Stärke", erklärt Tabellini, ,,ist unsere Entscheidung, den Kunden den bestmöglichen Service anzubieten." So könne die Gruppe P.E.I. den gesamten Produktionsprozess steuern: von der Projektierung ,,nach Maß" über die Suche nach der am besten geeigneten technischen Lösung bis zur Herstellung und Lieferung des Produkts.In den vorigen vier Jahren konnte die Gruppe P.E.I. ein kräftiges Wachstum verzeichnen und verdoppelte fast ihren Umsatz (+81,3%): Von 9,1 Millionen Euro im Jahr 1998 stieg der Umsatz auf 16,5 Millionen Euro im Jahr 2001. Die Gruppe ist heute italienischer Marktführer im Bereich der Schutzeinrichtungen für Werkzeugmaschinen mit einem Marktanteil von über 50%. Mit einem Anteil von 10% gehört sie zu den Marktführern in Europa in einem stark fragmentierten Sektor, dessen Wert zwischen 150 und 180 Millionen Euro beträgt.
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