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Messe A+A

Arbeitskleidung: Zeitgeistiger, grüner, weiblicher

| Autor / Redakteur: Kirsten Rein / Frauke Finus

Und wie lassen sich Funktion, Komfort und Design optimal verbinden? Antworten auf diese Fragen gibt es bei der A+A 2017.
Und wie lassen sich Funktion, Komfort und Design optimal verbinden? Antworten auf diese Fragen gibt es bei der A+A 2017. (Bild: Messe Düsseldorf)

Schick, schützend, komfortabel und nachhaltig – moderne Berufs- und Schutzkleidung verbindet alle Eigenschaften. Abei erhält das Thema Corporate Fashion zunehmend Aufmerksamkeit. Das repräsentative Outfit ist ein Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb, stellt das Firmenimage dar und trägt zur Stärkung des Wir-Gefühls in der Belegschaft bei.

Die Deutsche Bahn hat sich für Guido Maria Kretschmer entschieden, um ihre 42.000 Mitarbeiter neu auszustatten. Der Mode-Designer und Moderator der Vox-Show „Shopping Queen“ ist erfahren auf diesem Gebiet. Die Mitarbeiter von TUI, Deutsche Telekom, der Fluggesellschaft Emirates und von den Hotels Kempinski und Maritim tragen bereits von ihm entworfene Corporate Fashion.

Erst kürzlich ist ein vier Monate andauernder Tragetest zu Ende gegangen. 40 Bahn-Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen haben dunkelblaue Blazer, schmale Hosen und adrette Etui-Kleider Probe getragen. Dazu das Unternehmen: „Es ist der Deutschen Bahn wichtig, das mit den Mitarbeitern gemeinsam zu entwickeln, denn sie sollen sich in ihrer Bekleidung wohlfühlen.“ Damit spricht die Bahn aus, was die gesamte Corporate Fashion Branche prägt. Immer weniger bestimmt der Einkauf allein, was angeschafft wird. Die demografische Entwicklung, aber auch der Zeitgeist haben zu einem Arbeitgebermarkt geführt.

Am Anfang steht der Tragetest

Da gewinnt auch die Bekleidung an Bedeutung. „Sie ist ein emotionales Produkt“, sagt Harald Goost von A+A-Aussteller Bierbaum-Proenen. Umfragen und groß angelegte Trägerversuche sollen dazu führen, dass Tragekomfort und Farben nicht nur den Anforderungen am Arbeitsplatz, sondern auch den Wünschen der Träger entsprechen. „Die Akzeptanz ist ganz wichtig, deswegen entscheidet nicht mehr alleine der Beschaffer, sondern es wird ein gemeinschaftliches Ergebnis mit Arbeitssicherheit, Arbeitsmedizinern und den Trägern gesucht“, sagt Joachim Geyer von der Firma Kübler, die ebenfalls auf der A+A 2017 ihre Innovationen vorstellen wird.

„Immer häufiger erstellen wir ein Konzept zusammen mit dem Beschaffer. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung werden so weiterführende Ergebnisse erzielt“, sagt Goost. „Durch Tragetests gewinnt in der Regel auch der Arbeitgeber neue Erkenntnisse.“ Um zu passgenauen Erkenntnissen zu gelangen, werden Ort und die Bewegungsabläufe dort im Vorfeld genau studiert. „Wir schauen uns die gesamte Situation an“, so Geyer. Im Falle der Münchner Versorgungsbetriebe sind das auch die Kanalsysteme, in denen sich die Mitarbeiter mit der Schulter anlehnen oder im Knien arbeiten. „Bestseller werden die Sachen, bei denen es uns gelungen ist, die Meinung der Mitarbeiter aus den Tragetests und Umfragen voll umzusetzen.“

Materialien: Wunsch versus Standzeit

Und es wird einiges unternommen. Vor allem auch in Regionen mit Vollbeschäftigung wie dem Großraum München tun Arbeitgeber viel, um ihr Personal zu halten. Denn aus dem Sport ist man schon eine Menge Funktion und Komfort gewöhnt. „Das ist oft ein Balanceakt zwischen dem Wunsch des Trägers und der Standzeit“, so die Erfahrung von Goost. Vier-Wege-Stretchmaterialien oder Softshelljacken halten den Anforderungen von Abrieb durch Gebrauch oder Wäschen nicht so stand, wie man es von klassischen Mischgeweben gewöhnt ist. Trotzdem, die durch neue Materialien und eventuell kürzere Standzeiten erhöhten Kosten werden heute in Kauf genommen. Immer jüngere Entscheider sorgen dafür, dass das, was die Menschen vom Sport gewohnt sind, auch in der Workwear umgesetzt wird.

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