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Blechumformung

Experte für alle Fragen der Beölung

| Autor: Stéphane Itasse

Raziol legt Wert auf Beratung und Service rund um die Beölung.
Raziol legt Wert auf Beratung und Service rund um die Beölung. (Bild: Raziol)

Ob Applikation oder Schmierstoffe, ob Maschinenbau oder Chemie, ob Katalogprodukte oder Sonderanlagen, ob Fertigung, Anlagensteuerung, Projektierung oder Service: Seit 75 Jahren ist mit der Raziol Zibulla & Sohn GmbH ein Unternehmen am Markt, das die Blechumformer bei allen Aspekten der Schmierung unterstützt.

Gegründet hat das Unternehmen Raimund Zibulla mitten im Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1941, als Hersteller von Additiven für Umformöle. Von ihm stammt auch der Unternehmensname: Raziol steht für Raimund Zibulla Öl. Mittlerweile wird das Familienunternehmen mit Sitz in Iserlohn in der vierten Generation geführt und kommt auf einen Jahresumsatz von etwa 12 Mio. Euro, etwa je zur Hälfte aus den Beölungsanlagen und den Schmierstoffen. Eine besondere Stärke sind die kundenspezifischen Anlagen – sie machen vielleicht 3 % der Stückzahl aus, bringen aber 30 % des Umsatzes. Die Bandbreite reicht dabei von kleinen Anpassungen bis hin zur völligen Neukonstruktion der Beölungsanlagen.

Im Jahr 1948 trat Raimunds Sohn Georg Zibulla, Vater des heutigen geschäftsführenden Gesellschafters Georg Gisbert Zibulla, in das Unternehmen ein. Schon wenig später gab es den ersten großen Entwicklungsschritt: Raziol lieferte nicht mehr nur die Additive für Umformöle an die Endkunden aus, sondern gebrauchsfertige Produkte. „Bis dahin hatten die Unternehmen ihre Umformöle selbst mit den Additiven zusammengemischt. Das Ergebnis war jedoch sehr unterschiedlich, je nachdem welcher Mitarbeiter gerade gemischt hatte. So ließ sich keine Prozessqualität dauerhaft sichern, weshalb die Endkunden nach fertig gemischten Umformölen verlangten“, erläutert Georg Gisbert Zibulla im Gespräch mit MM MaschinenMarkt.

Von der Wäschewringe zum Rollenbandöler

Der Schritt von den Ölen zu den Anlagen kam dann mit seinem Eintritt ins Unternehmen. „Ich war ab 1977 zunächst bei meinem Vater im Außendienst tätig. Das war ganz wichtig, um die Probleme der Kunden kennenzulernen und zu lösen“, sagt der heutige geschäftsführende Gesellschafter. Damals kaufte Raziol die Beölungsanlagen von anderen Unternehmen für seine Kunden, war aber nicht zufrieden. Denn eines dieser Probleme war damals der Ölnebel von der Sprühbeölung. „Das führte zu großen Ölpfützen neben den Umformanlagen. Der Umweltschutzgedanke war damals noch nicht so verbreitet, aber die Unternehmen wollten das trotzdem abstellen, weil immer die Gefahr von Arbeitsunfällen bestand, wenn jemand in der Ölpfütze ausrutschte“, sagt Zibulla.

Eine Wäschewringe brachte ihm dann den zündenden Gedanken. „So müsste eine Beölungsanlage aussehen“, dachte der geschäftsführende Gesellschafter – die Idee des Rollenbandölers war geboren. Zunächst mit Filz, später auch mit Bürsten ausgestattet, konnte das Aggregat Bleche kontinuierlich, sauber und zuverlässig beölen. Heute sind die Rollenbandöler an allen erdenklichen Umform- und Stanzanlagen im Einsatz, bei Vorschüben von 14 bis 1000 Hüben pro Minute. Der erforderliche Walzendurchmesser, die richtige Geschwindigkeit, die Ölkapazität oder auch die Wahl ob Filz oder Bürste gehören heute zum Know-how und zu den Beratungsleistungen von Raziol.

Auch kontaktlose Beölung vorangebracht

Da die Rollenbandöler in der Produktion jedoch nicht sehr flexibel sind, wandte sich Raziol ab den 80er-Jahren der kontaktlosen Beölung zu und fing an, eigene Sprühdüsen zu entwickeln. Im Jahr 1997 lieferten die Iserlohner dann ihre erste Großanlage zur Sprühbeölung aus. „Die heutigen Anlagen zur Sprühbeölung sind mit den früheren überhaupt nicht mehr vergleichbar“, erläutert Zibulla. „Vor 20 Jahren hatten wir einen Sprühdruck von 3 bar, heute sind es 0,3 bis 0,4 bar. Damit ergeben sich eine Einsparung von gut 70 % beim Druckluftverbrauch und außerdem längere Standzeiten.“ Nach seinen Angaben läuft die Entwicklung der Düsen immer weiter, damit die Anlagen schneller werden. Und auch der Ölbedarf der Anlagen sinkt, wenn der Ölauftrag optimiert wird: Mit seiner Präzisionsdosiereinheit für Schnellstanzautomaten hat Raziol nicht nur einen Award von MM MaschinenMarkt und Blechnet zur Blechexpo 2015 gewonnen, sondern auch den Ölauftrag um 50 % reduziert und zugleich die Reproduzierbarkeit erhöht. Das Geheimnis dahinter: Statt Magnetventilen enthält die Beölungsanlage jetzt Dosierpumpen, wie sie ursprünglich aus der Medizintechnik kommen. Damit können Umformer nicht nur am Öl, sondern vor allem an teuren Reinigungsschritten nach der Blechumformung sparen.

Nachhaltigkeit praktiziert Raziol aber nicht nur bei seinen Produkten, sondern auch im eigenen Haus: Das Dach ist fast komplett mit einer Solaranlage bedeckt, die mit Photovoltaik und Solarthermie insgesamt 187,2 kWp Leistung erbringt. Dabei ist sie nicht auf eine hohe Spitzenleistung, sondern mit ihrer Ost-West-Ausrichtung auf einen möglichst langen Ertrag im Tagesverlauf optimiert. Raziol kann damit seinen Warmwasser- und einen Großteil des Strombedarfs umweltfreundlich decken.

Auch für die Zukunft hat die Familie Zibulla mit Raziol noch viel vor. Obwohl die Räumlichkeiten erst 2012 erweitert wurden – die Mitarbeiter kämpfen bereits wieder mit beengten Platzverhältnissen. Deshalb ist schon die nächste Erweiterung geplant; aktuell werden die Pläne mit der Stadtverwaltung Iserlohn diskutiert. „Auch wenn die Arbeiten der Stadt den Baubeginn definieren, rechne ich damit, dass man in den kommenden zwölf Monaten einiges sehen wird“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter. Mit den neuen Gebäuden soll die Flächenkapazität in der Fertigung um 30 % steigen, außerdem sind Büros und Schulungsräume geplant.

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