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Solidworks

Die Gams auf zwei Rädern

| Autor: Stefanie Michel

Immer optimal „im Sattel“: Das Bionicon-System sorgt dafür, dass der Fahrer bergauf und bergab seinen Körperschwerpunkt in die ideale Position bringen kann – wie eine Gams.
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Immer optimal „im Sattel“: Das Bionicon-System sorgt dafür, dass der Fahrer bergauf und bergab seinen Körperschwerpunkt in die ideale Position bringen kann – wie eine Gams. (Bild: Hans-Joachim Kleine)

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Mit der Gams als Vorbild hat ein Mountainbike-Hersteller eine stufenlose Federwegverstellung entwickelt, die dem Fahrer bergauf und bergab ein möglichst optimales Fahrgefühl vermittelt. Um seine Entwicklung in der Federungstechnik zu beschleunigen und reale Prototypen erst im Endstadium zu nutzen, setzt das Unternehmen eine 3D-CAD-Software mit Fluidsimulation ein.

Sonne, Berge, See – ein idealer Sommertag für eine Mountainbike-Tour. Dazu laden die sportlichen Fahrräder von Bionicon geradezu ein, doch das ist nicht der Sinn unseres Besuchs beim Hersteller am Tegernsee. Vielmehr erfahren wir hier, was das Besondere an diesen Bikes ist und warum das Unternehmen bei der Konstruktion auf die CAD-Software Solidworks setzt.

Wer mit einem konventionellen Mountainbike bereits Erfahrungen gesammelt hat, weiß: Man kann beim Bergauffahren nach hinten vom Sattel rutschen oder bergab Gefahr laufen, nach vorne über den Lenker zu kippen. Doch mit steigenden Federweglängen verschlechtern sich vor allem die Eigenschaften beim Bergauffahren: Steigende Vorderräder, steife Nackenmuskeln und unsinnige Sitzpositionen sind die Folge. So ist es schwer, die Kontrolle über das Fahrzeug zu behalten.

Bionicon hat sich die Gämsen zum Vorbild genommen, denn sie ziehen bergauf die Vorderläufe ein, wodurch sich ihr Körperschwerpunkt nach vorne verlagert und ihnen das Klettern erleichtert. Das ist vergleichbar mit dem Verkürzen des Federwegs. Bergab geht es dann mit gestreckten Vorderläufen, also großem Federweg, und nach hinten verlagertem Körperschwerpunkt. Daraus entwickelte Firmengründer Andi Felsl das Bionicon-System mit patentierter stufenloser Federwegverstellung von 150 bis 170 mm per Knopfdruck am Lenker. Es ist ein besonderes System, weil sich damit gleichzeitig auch die Geometrie des Rahmens verstellt. Somit profitiert der Fahrer bergauf von einem steilen Sitz- und Lenkwinkel und einem wippfreien Hinterbau; bergab wird der maximale Federweg an Gabel und Dämpfer genutzt und deshalb das Körperschwergewicht nach hinten verlagert.

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Sensible Federungstechnik bei Fahrrädern

Die Federungstechnik bei Fahrrädern ist sehr spezifisch und lässt sich nicht mit der Federung anderer Fahrzeuge vergleichen: Es treten beispielsweise nicht die hohen Belastungen wie bei einem Auto auf und im Vergleich zum Motorrad funktioniert alles viel feiner und sensibler, weil das Systemgewicht (Fahrzeug mit Fahrer) viel geringer ist. Dass die Federung zuverlässig funktioniert, dafür sorgt eine ausgeklügelte Konstruktion mit einem Hydraulikzylinder. Die grundsätzliche Konstruktion einer neuen Federung wird mit der 3D-CAD-Software Solidworks erstellt und steht relativ schnell. Doch dann beginnt die Feinarbeit: Es müssen unerwünschte Geräusche entfernt werden oder der gewünschte Leichtlauf durch entsprechende Toleranzen der Dichtungen im Rohr erreicht werden.

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