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Energiemarkt im Oktober

Die Preis-Rallye geht weiter – Strompreise steigen stark an

| Autor / Redakteur: Dr. Stefan Arnold / Robert Horn

Die Energiepreise zogen im Oktober teilweise kräftig an. Experten vermuten einen langfristigen Trend zur Preissteigerung.
Die Energiepreise zogen im Oktober teilweise kräftig an. Experten vermuten einen langfristigen Trend zur Preissteigerung. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Nicht nur die Börsenpreise für Energie stiegen im Oktober, auch die Strompreise für Großkunden zogen teilweise beträchtlich an. Ob dies ein vorübergehender Effekt ist oder ob die Strompreise dauerhaft steigen werden, erklärt der Vorstandsvorsitzende Stefan Arnold vom Energieberatungsunternehmen Ispex.

Ungebremst stiegen im Oktober die Börsenpreise für Strom und Gas. Insbesondere die Stromlieferungen für das Jahr 2017 verteuerten sich an den Großhandelsplätzen. Unternehmen müssen nun für die entsprechenden Lieferverträge wesentlich höhere Einkaufspreise in Kauf nehmen als noch zu Beginn des Jahres. Die Gründe sprechen zwar überwiegend für einen vorübergehenden Effekt aufgrund besonderer Umstände. Erste Stimmen auf dem Energiemarkt wollen darin aber schon eine generelle Trendwende sehen und gehen von wieder dauerhaft steigenden Strompreisen aus.

Ispex-Energiepreisindex: Strompreis auf Jahreshoch

Erwartungsgemäß zogen die durchschnittlichen erzielten Strompreise für die von Großkunden abgeschlossenen Stromlieferverträge im Oktober deutlich an. Statt des Durchschnitts von 2,93 ct/kWh im September boten Energielieferanten im Oktober die Stromlieferung für die kommenden Jahre im Schnitt für 3,45 ct/kWh an.

Der Strompreis kletterte damit auf ein Jahreshoch und erreichte in etwa das Niveau des Sommers 2015. Wer im laufenden Jahr den Fehler gemacht hat, bis zum Jahresende mit dem Abschluss eines Stromliefervertrags für das nächste Jahr zu warten, zahlt dafür jetzt einen hohen Preis. Aktuell liegen die Konditionen für den erzielbaren Strompreis bei nahezu 50 % über denjenigen, die noch im Frühjahr erzielt werden konnten. Zu vermeiden sind solche Fehler nur mit einer aktiven Ausgestaltung der Energiebeschaffung. Durch börsennahen Energieeinkauf können Kursschwankungen geglättet und das Risiko vermindert werden. Durch entsprechende Online-Tools ist der Aufwand für dieses Vorgehen heute auch wesentlich geringer als noch vor wenigen Jahren.

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Wer sich jetzt noch mit einem Liefervertrag für 2017 eindecken muss, sollte intern schleunigst prüfen, ob es nicht schon fünf nach zwölf ist, die Notbremse zu ziehen und für 2017 den hohen Preis in Kauf zu nehmen. Ende November endet das Beschaffungsfenster für das Folgejahr und es ist kaum damit zu rechnen, dass dann wesentlich bessere Konditionen erzielbar sind. Wer für 2017 eingedeckt ist, kann noch zuwarten und beobachten, wie sich der Preis für die Jahre 2018 und 2019 entwickeln und auf wieder etwas sinkende Preise setzen.

Strompreise steigen unaufhaltsam

Die verteuerten Beschaffungskonditionen für Industriestrom sind unmittelbare Folge der seit September stark steigenden Börsenpreise. Im Oktober setzte sich der Aufwärtstrend aus dem September zumindest für das Lieferjahr 2017 ungebremst fort. Die weiter entfernt liegenden Jahre 2018 und 2019 stiegen zwar ebenfalls, doch flacht hier die Kurve etwas ab und der Anstieg fiel hier etwas verhaltener aus.

Die Hintergründe für den Kursverlauf sind im Grunde dieselben wie bereits im September. Noch immer geben die Revisionsarbeiten an den französischen Kernkraftwerken Anlass zu Spekulation um die kurzfristig zur Verfügung stehenden Erzeugungskapazitäten. Offenbar werden die betroffenen Kernkraftwerke über die geplante Revisionszeit hinaus nicht zur Verfügung stehen. In Verbindung mit einer geringeren Ausbeute an Stromerzeugung aus den Erneuerbaren trieb der Angebots-Nachfrage-Zusammenhang den Preis weiter in die Höhe. Das erklärt auch, warum gerade das kurzfristigere Frontjahr besonders betroffen war.

Unterstützung bekommt der Kurs von den Kohlenotierungen. Diese sind im Zuge der Aufwärtsbewegung deutlich gestiegen wobei sich die Energiemarktexperten nicht einig sind, ob die steigenden Kohlepreise den Strompreis treiben oder die Wechselwirkung ausnahmsweise sogar umgekehrt ist. Einig ist man sich aber in dem Punkt, dass es wohl kurzfristig keinen deutlichen Abschlag auf den Preis für die 2017er Stromprodukte geben wird.

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