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Umweltbundesamt

Diese Diesel reißen die Abgas-Grenzwerte besonders stark

| Autor: Christoph Seyerlein

Auch der Peugeot 508 findet sich auf der Liste des Umweltbundesamts.
Auch der Peugeot 508 findet sich auf der Liste des Umweltbundesamts. (Bild: Peugeot)

Im April hatte das Umweltbundesamt darauf hingewiesen, dass moderne Diesel teilweise weit von den erlaubten Abgas-Grenzwerten entfernt liegen. Nun zwang der „Spiegel“ die Behörde dazu, eine Liste mit den getesteten Modellen zu veröffentlichen.

Kaum ein Thema beschäftigt die Automobilwelt in Deutschland derzeit so sehr wie die Abgas-Diskussion rund um Diesel-Fahrzeuge. Im April hatte das Umweltbundesamt (UBA) die Thematik mit einer Untersuchung zusätzlich befeuert, in der die Behörde schrieb, dass viele moderne Diesel meilenweit von den erlaubten Abgas-Grenzwerten entfernt liegen würden.

Nun hat die Behörde auf Drängen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ eine Liste mit den getesteten Autos veröffentlicht. Mit dem BMW 118d, dem VW Passat oder der Mercedes A-Klasse gehören auch Modelle deutscher Hersteller zu den Autos, die im Test besonders schlecht abgeschnitten haben.

Im April hatte das UBA lediglich allgemeine Zahlen veröffentlicht. Die 24 getesteten Euro-5-Diesel lagen mit durchschnittlich 906 Milligramm Stickoxidausstoß pro Kilometer um ein Vielfaches über den Grenzwerten, hieß es damals. Und auch die neueren Euro-6-Diesel schnitten mit durchschnittlich 507 Milligramm schlecht ab. Erlaubt sind für diese Motoren laut EU-Norm allerdings nur 80 Milligramm pro Kilometer, für die Euro-5-Diesel 180 Milligramm.

Allerdings verstoßen die Hersteller bislang nicht gegen geltendes Recht: Das UBA hat die Autos unter Realbedingungen getestet, entscheidend sind derzeit aber noch die Werte im Labor.

Ganz freiwillig hat das UBA die aufgeschlüsselte Liste nun offenbar nicht herausgegeben. Ursprünglich wollte das Amt mit seiner Untersuchung keine Aussagen über einzelne Modelle treffen, sondern auf das Umweltproblem der gesamten Flotte hinweisen. Zum Aufgabenbereich der Behörde gehört es, die Auswirkungen des Straßenverkehrs auf die Luftqualität in Städten zu beobachten und gegebenenfalls Empfehlungen abzugeben, wie sich die Emissionen verringern ließen. Für Probleme bei einzelnen Automodellen ist rechtlich das Kraftfahrt-Bundesamt zuständig. Dementsprechend müsste das KBA auch über mögliche Konsequenzen für die Hersteller entscheiden.

Letztendlich gab die Behörde nach, als der „Spiegel“ mit Verweis auf das Umweltinformationsfreiheitsgesetz eine Veröffentlichung erzwang. Die folgende Bildergalerie zeigt die jeweils sechs Euro-5- und Euro-6-Diesel, die bei den UBA-Checks am schlechtesten abschnitten:

Landwirtschaft stößt mit Abstand am meisten NOx aus

Die Bundesregierung äußerte sich am Mittwoch unterdessen in einem Bericht eigens zum Thema NOx-Ausstoß. Darin erklärte die Regierung die übermäßige Belastung der Umwelt mit Stickstoff als ernsthaftes Problem. Hauptverursacher für überhöhte Emissionen ist aber bei weitem nicht der Straßenverkehr. Er liegt mit einem Anteil von 13 Prozent an den Stickstoffemissionen beispielsweise noch hinter der Industrie und der Energiewirtschaft (15 Prozent). Mit Abstand größter Treiber der Entwicklung ist die Landwirtschaft mit 63 Prozent Anteil am gesamten NOx-Ausstoß in Deutschland.

Ähnliche Maßnahmen zur Verbesserung wie regelmäßig schärfere Grenzwerte für Autos sind in diesem Bereich bislang jedoch nicht gegeben. Die Regierung will das Problem nun „ressortübergreifend angehen“, im Verkehrsbereich könnte man die Emissionen laut Umweltministerin Hendricks beispielsweise über mehr Elektroautos senken.

Der Beitrag erschien zuerst auf unserer Schwesterseite kfz-Betrieb.

Christoph Seyerlein
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