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Forcam

Eine Smart Factory braucht Smart Data

| Autor: Stefanie Michel

Franz Gruber: „Der Mittelstand will einen praktischen Einstieg in die smarte Produktion und einen schnellen ROI.“
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Franz Gruber: „Der Mittelstand will einen praktischen Einstieg in die smarte Produktion und einen schnellen ROI.“ (Bild: Thomas L. Fischer)

Ein Mittelständler lässt sich von Industrie 4.0 zu überzeugen, wenn er seine Kosten senken und die Produktivität steigern kann – mit schnellem ROI. Deshalb will Forcam speziell Mittelständler beim Einstieg in die smarte Produktion unterstützen und zeigen, welche Potenziale damit erschlossen werden können.

Die Bundesregierung sieht zwar in ihrer Indus­trie-4.0-Initiative den Mittelstand als eine Zielgruppe, doch noch packen viel zu wenige von ihnen das Thema an. Laut aktueller Studien hatten 2014 lediglich 29 % der deutschen Mittelständler eine explizite Strategie zur Einführung von Industrie 4.0, für 70 % hatte der Einsatz in der Produktion noch keine oder nur eine geringe Bedeutung. Warum das so ist und wie man den Mittelstand bei der Umsetzung unterstützen kann, darüber sprachen wir mit Franz Gruber, CEO der Forcam GmbH.

Der Mittelstand scheint sich oftmals schwer zu tun, Industrie 4.0 umzusetzen. Sie haben dort Einblick: Wo liegen die Hürden?

Das ist eine sehr gute Frage! Die erste Hürde ist die Gefahr der Akademisierung von Industrie 4.0 mit vielen englischen Fachwörtern. Autonomous Systems, Cyberphysical Systems – eine solche Wortwahl ist für viele Mittelständler abschreckend. Zweite Hürde: Jahrelang haben Unternehmensberater erzählt, Toyota-Lean-Production heißt: keine IT in der Produktion. Jetzt haben wir die Industrie 4.0. Da fragt sich mancher Mittelständler, ob das nicht ein neuer Hype ist – was es natürlich nicht ist. Eine dritte Hürde sind die Kosten. Große Firmen läuten gerne die große „Industrie-4.0-Glocke“, die aber ist für den Mittelstand nicht bezahlbar. Wenn ich mit einem Industrie-4.0-Projekt komme, das zu technik- und visionslastig ist, kann ich beim Mittelstand nicht landen. Die Digitalisierung der Produktion darf aus Sicht des Mittelständlers nur ein Ziel haben: Kosten senken und die Produktivität steigern. Er will schnelle Erfolge und einen absehbaren Return on Investment (ROI).

Und was braucht dann der Mittelstand, um sich an der Umsetzung zu beteiligen?

Der Mittelstand braucht pragmatische Einstiegslösungen. Dabei digitalisieren Unternehmen ausgewählte Anlagen in einem kleinen Bereich, die Hauptproduktion läuft weiter. Dann zeigt sich sehr schnell, welche Potenziale mit Smart-Factory-Technologie erschlossen werden können.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Die erste Stufe der Smart Factory heißt Transparenz. Ich digitalisiere meine Anlagensteuerung, weil ich in Echtzeit Leistungsdaten und Fakten bekommen und so die Gesamtanlageneffektivität OEE, die Overall Equipment Effectiveness, verbessern will. Dazu sollte ich zunächst die teuersten Engpassanlagen an die digitale Technologie anschließen. Dabei taucht schnell die Frage auf: Wie gut kann mein Technologie-Lieferant unterschiedliche Maschinen-Steuerungen anbinden? Denn darauf kommt es an! Ist die neue Technologie leistungsstark genug, um alte und neue Steuerungen kostengünstig anzubinden? Hat der Anbieter die Technologie, um bestehende heterogene Maschinenparks mit dem Internet zu verbinden? Das ist ja der Flaschenhals! Wir reden alle von Industrie 4.0, aber der kritische Punkt ist die Connectivity! Industrie 4.0 braucht IT 4.0.

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