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Biogasanlagen

Hocheffiziente Allesfresser sollen Biogas „on demand“ liefern

| Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

„Das autogenerative Hochdruckverfahren ist eine Innovation, von der wir uns zwei entscheidende Vorteile erwarten“, erklärt Dr. Lemmer. „Zum einen lassen sich die beiden entstehenden Gase Methan und Kohlendioxid durch den Druck einfach voneinander trennen. Das Methan ist danach so rein, dass es nur geringfügig weiter aufbereitet werden muss. Zum zweiten entfällt die energieaufwendige Verdichtung des Methans außerhalb des Bioreaktors. Bei herkömmlichen Biogasanlagen ist dies bisher notwendig, damit es in die unter Hochdruck betriebenen Erdgasleitungen eingespeist werden kann. In unserer Modellanlage wird Druck durch die Bakterien, die am Gärprozess beteiligt sind, selbst erzeugt. Es fällt also kein zusätzlicher Energieaufwand für die Verdichtung an.“

Pilzkulturen recyceln Gärreste für maximale Biogas-Ausbeute

Auch Substrate, die in herkömmlichen Anlagen so gut wie nicht abbaubar sind wollen die Agrartechniker mit ihrer Anlage verarbeiten. Möglich werden soll dies durch ein neues Verfahren, mit dem die Biomasse für das Vergären aufbereitet wird.

„Bisher konzentrierte sich die Forschung darauf, das Substrat zu bearbeiten bevor es in die Biogasanlage eingespeist wird“, erklärt Dr. Simon Zielonka der Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie an der Universität Hohenheim. „Wir gehen den umgekehrten Weg und bereiten Reste wieder auf, die am Ende des Hydrolyse-Prozesses anfallen, damit sie ein zweites mal vergärt werden können. Das ist effizienter, weil wir genau den Teil der Biomasse behandeln, den die Bakterien nicht verarbeiten konnten.“

Für die Wiederaufbereitung wird der Gärrest zuerst in einer speziellen Mühle zermahlen und anschließend durch eine Pilzkultur zersetzt. Nach dem zweiten Durchlauf in der Biogasanlage falle der Rest dann deutlich geringer aus, so Dr. Zielonka. Was nach dem zweiten Durchlauf übrig bleibe, könne schließlich als Dünger verwendet werden.

Biogas „on demand“ federt Spitzenbedarf ab

Die Nachfrage nach Energie schwankt je nach Tageszeit. Herkömmliche Biogasanlagen liefern jedoch kontinuierlich dieselbe Gasmenge. Das An- und Ausschalten der Anlagen dauert sehr lange und Biogas zu speichern ist aufwendig und kostenintensiv. Um einen Spitzenbedarf abzufedern, entwickeln die Agrartechniker deshalb eine Steuertechnik, mit der die Methan-Produktion der zweiphasigen Biogasanlagen innerhalb von kürzester Zeit herauf- oder heruntergefahren werden kann.

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