Innenhochdruckumformen

Fertigung von Automobillängsträgern – rund um die Uhr und ganz automatisiert

23.04.12 | Autor / Redakteur: Dietmar Kuhn / Dietmar Kuhn

Innovationen für die Automobilindustrie – dafür und speziell für IHU-Produkte steht der Name Finow Automotive.
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Innovationen für die Automobilindustrie – dafür und speziell für IHU-Produkte steht der Name Finow Automotive. (Bild: Kuhn)

In Eberswalde betreibt die Finow Automotive GmbH ein modernes Presswerk. Dort werden mit verschiedenen Umformverfahren Teile für Karosserie und Fahrgestelle gefertigt. Ganz speziell werden für ein SUV Längsträger mit dem Innenhochdruckumformen (IHU) produziert, wobei eine Gräbener-IHU-Presse im Mittelpunkt steht.

Schon der monotone, gleichklingende Sound, der einem unweigerlich in die Ohren dringt, wenn man auf die große Produktionshalle zugeht, verrät, dass große Maschinen und Anlagen die immer gleichen Operationen ausführen. Ort des Geschehens ist das große Presswerk des Automobilzulieferers Finow Automotive GmbH in Eberswalde, nördlich von Berlin. Einst waren es Walzprodukte, die auf dem ehemaligen DDR-Gelände produziert wurden. Heute sind es anspruchsvolle Automobilkomponenten für namhafte Marken, die in riesigen Stückzahlen jährlich die Produktion verlassen.

Kleiner Tier-II-Zulieferer muss sich am Markt behaupten

„Ja“, sagt Dipl.-Ing. Hagen Hänelt, der das Unternehmen als Geschäftsführer leitet, „wir sind zwar Tier-II-Lieferant, aber wir sind ein relativ kleiner Zulieferer, der sich ständig im Markt behaupten und um seine Anteile kämpfen muss.“ Doch das fällt dem bereits 1999 von Patrick von Hertzberg gegründeten Umformteilehersteller nicht schwer. Die ersten Aufträge kamen bereits 2001 zum Serienstart. Es waren Produkte für Jaguar, die von Benteler Automotive an Finwo vergeben wurden. „Benteler war damals der erste und größte Kunde“, lässt Hänelt wissen.

Damit war die Produktion zunächst für Jahre gesichert. Nicht mehr als zehn Mitarbeiter waren es damals, von denen die umgeformten Teile produziert wurden. Mit Hänelt, der 2001 in das Unternehmen eingestiegen ist, kamen über besondere Kontakte dann auch die ersten Aufträge von BMW.

Das Thema Innenhochdruckumformen (IHU) war damals schon aktuell, wie Hänelt erläutert. Und mit BMW kam 2003 auch die erste Laserbearbeitung bei Finow an.

Entscheidung beim Innenhochdruckumformen fällt auf Gräbener-Presse

Im selben Jahr wurde von Dana, einem amerikanischen Komponentenfertiger, das Hydroformen von Längsträgern für den Landrover Discovery ausgeschrieben. Zuvor hatte Dana diese Längsträger in den USA auf einer speziell dafür konzipierten IHU-Presse namens Roboclamp gefertigt. Aufgrund des Auftrages für die Fertigung der Landrover-Längsträger sah sich Finow Automotive gefordert, eine ähnliche Produktion in Eberswalde aufzubauen.

Nach intensiver Prüfung und Auswahl kam dann die Gräbener Maschinentechnik GmbH & Co. KG in Netphen-Werthenbach zum Zuge. Mit den Rechten und Fähigkeiten ausgestattet baute Gräbener für Finow die Roboclamp-IHU-Presse, die im Vergleich mit der amerikanischen Version bei Dana von Defekten und mechanischem Versagen frei war und ist. „Das Pressenkonzept war im Grunde dasselbe, doch die Gräbener Roboclamp-Version wurde von der Basis her nochmals nach deutschem Maschinenbaustandard überarbeitet“, erläutert Hänelt.

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