Forum 10,000 Solar GigaWatts

Französischer Mittelmeer-Solarplan wird in Hannover vorgestellt

10.04.2008 | Redakteur: Jürgen Schreier

Parabolrinnenkraftwerk in Kalifornien. Bild: Solar Millennium AG

Hannover (js) – Die Bundesregierung unterstützt Bestrebungen, Strom aus solarthermischen Kraftwerken in Nordafrika und Nahenost zu importieren. Das geht hervor aus der Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesumweltministerium, Michael Müller, auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Hans-Josef Fell vom 27. März 2008. Der Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere der solarthermischen Stromerzeugung in den Nahost-Ländern, den zum Beispiel der „Desertec“-Ansatz vorschlägt, in Verbindung mit einem Stromverbund im Mittelmeerraum liege im gesamteuropäischen Interesse.

Auf der für den 13. Juli 2008 in Paris geplanten Gipfelkonferenz der EU-Mitgliedsstaaten sollen konkrete Kooperationsmaßnahmen und -aktivitäten identifiziert werden. Auch die Französische Regierung plant, das Thema Solarstrom aus der Wüste in die Konferenz der Staats- und Regierungschefs einzubringen.

Das Desertec-Konzept „Clean Power from Deserts“ des Club of Rome ist ein umfassender Vorschlag zur Energie-, Wasser- und Klimasicherheit in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika. Es sieht den Bau von Anlagen zur Nutzung der Windenergie sowie konzentrierter Sonnenenergie (Concentrating Solar Power; CSP) vor: In solarthermischen Kraftwerken soll Strom aus Sonnenenergie erzeugt werden, die mit Hilfe von Salzspeichern auch nachts bereitgestellt werden kann. Der Strom soll mit verlustarmer Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) an die Verbraucher in Europa geliefert werden.

Chance zur Förderung anspruchsvoller regionaler Solat-Projekte im Mittelmeerraum

Im Rahmen des „Barcelona-Prozesses: Union für das Mittelmeer“ sieht das Bundesumweltministerium (BMU) die Chance, anspruchsvolle regionale Projekte im Mittelmeerraum zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen mit erheblichen Mitteln aus der „Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENP)“ zu fördern. Der Zusammenarbeit im Bereich der erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz und dem Ausbau bestehender Energienetze soll in Paris hohe Priorität eingeräumt werden. Zur Erreichung des EU-weiten Ziels von 20 Prozent erneuerbarer Energie am Gesamtenergieverbrauch der 27 Mitgliedsstaaten im Jahr 2020 soll nach den Plänen der Bundesregierung auch Strom aus erneuerbaren Quellen in Nordafrika angerechnet werden, der in die EU eingeführt und verbraucht wird.

Französischer Solar-Plan wird unter im Forum „10,000 Solar Gigawatts“ präsentiert

Ein französischer Solar-Plan für die Mittelmeer-Union wird unter anderem im Forum „10,000 Solar Gigawatts“ am 23. und 24. April auf der Hannover-Messe präsentiert. In dem Forum wird außerdem ein Vertreter der italienischen Botschaft ein italienisch-deutsches Projekt zum Aufbau von Stromverbindungen mit Nordafrika vorstellen, und ein Referent aus Abu Dhabi wird über das Masdar-Solarprojekt berichten. Weiter werden namhafte Unternehmen der CSP-Branche über die technische Machbarkeit einer globalen Versorgung mit Solarstrom aus Wüsten gemäß dem Desertec-Konzept diskutieren. Die HSH Nordbank (drittgrößter Investor in erneuerbare Energien) informiert über „Financial Resources and Investment Security“.

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