Windenergie

Neue Technik ermöglicht Boom bei Offshore-Windkraftanlagen

21.04.2009 | Redakteur: Reinhold Schäfer

Dr. Udo Niehage, Geschäftsführer der Power Transmission Division Siemens Energy Sector: „Für den Weg zum integrierten Energiesystem brauchen wir ein besseres Zusammenspiel aller am Netz Beteiligten.“

Für die Offshore-Windkraft verspricht 2009 ein Jahr der Rekorde zu werden. Der deutsche Technologiekonzern Siemens wird mit der Errichtung von insgesamt 300 Windkraftanlagen in fünf Meereswindparks in Großbritannien und Dänemark beginnen.

„In Schweden, Dänemark und Großbritannien sind Offshore-Windparks schon fester Bestandteil der Energieversorgung. Zigtausende Haushalte werden so mit CO2-frei erzeugtem Strom versorgt“, erläutert Dr. Udo Niehage, Geschäftsführer der Power Transmission Division Siemens Energy Sector, auf der Hannover-Messe 2009. Beim Offshore-Windpark „Lillgrund“ in Schweden hat Siemens 48 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 110 MW realisiert.

Offshore-Umspannplattform direkt neben den Windturbinen

„Das Besondere an diesem Windpark ist die Offshore-Umspannplattfom in direkter Nähe zu den Windturbinen. Dort wird die erzeugte Energie gebündelt. Ein 120-MVA-Leistungstransformator bringt die Spannung von 33 kV auf eine Übertragungsspannung von 138 kV, so dass die vom Windpark erzeugte Energie direkt via Unterseekabel in das schwedische Hochspannungsnetz eingespeist werden kann“, erläutert der Geschäftsführer.

Hochspannungswechselstromnetze eignen sich wegen ihrer hohen Verluste jedoch nur für kurze Verbindungen. Die Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) ist die Lösung für lange Strecken (bis 2000 km und mehr), beispielsweise bei Offshore-Projekten in weiter Entfernung vom Festland. Diese Technik eignet sich aber auch zur Übertragung der in der Nordsee erzeugten Energie bis nach Süddeutschland.

Stromrichter erzeugt vollkommen sinusförmigen Wechselstrom

Anschließend muss der Strom wieder in Wechselstrom umgewandelt werden. „Mit HVDC Plus bietet Siemens dafür ein System auf Basis einer neuen Stromrichtergeneration in selbstgeführter Voltage-Sourced Converter-Technik (VSC) bis zu einem Leistungsbereich von 1000 MW an“, ergänzt Niehage.

Diese Technik verfüge über die „Black-Start Capability“, die den Start eines spannungslosen Netzes ermöglicht. Darüberhinaus sei der umgeformte Strom vollkommen sinusförmig, wodurch sonst notwendige Oberwellenfilter entfallen.

Siemens AG Energy Sector auf der Hannover-Messe 2009: Halle 27, Stand K31

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