Fraunhofer-Allianz Energie

Umsetzungsbeispiele für intelligente Stromnetze

20.04.2010 | Redakteur: Annedore Munde

Im IuK-Energie-Labor untersuchen Fraunhofer-Forscher Lösungen für Smart Grids. Bild: Fraunhofer AST

Sonne, Wind, Biomasse – immer mehr Strom wird aus erneuerbaren Quellen gewonnen. Kommunikationstechnologien ermöglichen den Aufbau intelligenter Netze. Damit lassen sich stark schwankende Einspeisungen managen sowie Erzeuger und Verbraucher enger miteinander verknüpfen. Auf der Hannover- Messe 2010 stellen Forscher der Fraunhofer-Allianz Energie Entwicklungen für die sogenannten Smart Grids vor.

„Der traditionelle Energiefluss geht von den Großkraftwerken, die nahe an Primärenergiequellen gebaut wurden, zu den Endverbrauchern. In den vergangenen Jahren haben sich die Anforderungen jedoch gewandelt: Die vollzogene Marktöffnung für Strom und die stetig wachsende Anzahl dezentraler Einspeisungen erfordern veränderte elektrische Energieversorgungssysteme“, beschreibt Dr.-Ing. Peter Bretschneider vom Fraunhofer-Anwendungszentrum AST in Ilmenau die aktuelle Situation.

Stromnetz ist auch Plattform für Energiehandel

„Das Stromnetz muss eine möglichst flexible Plattform für den freien Energiehandel für alle Marktteilnehmer bieten, stark fluktuierende und nur schlecht prognostizierbare regenerative Einspeisungen aufnehmen und auch bei großen Belastungen zuverlässig arbeiten“, so Brettschneider weiter. Diese gestiegenen Anforderungen lassen sich nur mit dem Einsatz von modernen Informations- und Kommunikationssystemen meistern.

Im IuK-Energie-Labor untersuchen Forscher Lösungen für Smart Grids. Das Labor stellt eine Testfeldumgebung zur Verfügung, die alle Ebenen komplexer Energiesysteme, vom Privathaushalt über dezentrale regenerative Einspeisungen, Übertragungsnetzbetreiber bis hin zum strombörslichen Handel berücksichtigt.

Stromnetz muss Strom in beide Richtungen fließen lassen

„Bisher floss der Strom immer nur in eine Richtung – vom Kraftwerk zum Verbraucher. In Zukunft muss das Netz einen bidirektionalen Stromfluss gewährleisten können“, nennt Bretschneider eine wesentliche Herausforderung. Hierfür entwickeln die Forscher unter anderem die notwendigen reglungstechnischen Algorithmen.

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