Photovoltaik-Anlagen

Todeskampf der Photovoltaik — Torschlusspanik und Ende der Kleinanlagen?

06.07.2010 | Redakteur: Hendrik Härter

Leistung der monatlich neu installierten Solaranlagen in MWp.

Seit 1. Januar 2009 erhalten nur noch Solarstromanlagen, die der Bundesnetzagentur gemeldet worden sind, die Einspeisevergütung nach EEG. Die Datenmeldungen an die Bundesnetzagentur sind deshalb die zuverlässigste Quelle, aus der sich Fortgang oder Verzögerungen im Ausbau der PV in Deutschland belegen lassen.

Die auf der Internetseite der Bundesnetzagentur veröffentlichten Photovoltaik-Datenmeldungen, durch den Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV) in eine Graphik umgesetzt, zeigen ein erschütterndes Bild. Zunächst einmal erkennt man deutlich, dass bereits die „regulären“ Absenkungen der Einspeisevergütungen zum Jahreswechsel 2008/2009 um 5% bis 6,5% sowie 2009/10 um 8% bis 10%) erheblich zu hoch ausgefallen sind.

Verlängerte Laufzeit gleicht geringere Einspeisevergütung nicht aus

Der Grund für den jeweiligen Einbruch in der Nachfrage ist bekannt: Beim Übergang von einem Jahr in das nächste verlängert sich zwar die Laufzeit der Einspeisevergütung um fast ein Jahr, was 5% entspricht, aber die Vergütung selbst sinkt um mehr als 5%.

Würde die Vergütung um < 5% sinken, so würden sich Verlängerung der Vergütungsdauer einerseits und Absenkung der Vergütungshöhe andererseits in etwa ausgleichen und die jeweilige Torschlusspanik zum Stichtag der Absenkung würde ausbleiben.

Beachtliche 1450 MW wurden in einem einzigen Monat installiert

Anteile der monatlich neu installierten Photovoltaik-Anlagen nach Leistungsgruppen in Prozent,
Anteile der monatlich neu installierten Photovoltaik-Anlagen nach Leistungsgruppen in Prozent,

An der Höhe des Balkens im Dezember 2009 erkennt man die Leistungsfähigkeit der deutschen Installationsbetriebe. 1450 MW wurden in einem einzigen Monat, sogar in einem Wintermonat, installiert. Doch diese Leistung soll nach dem Willen von Schwarz/Gelb zukünftig mit 16% weniger Vergütung und ab Januar 2011 sogar mit 16% + ~ 10% = 26% weniger Vergütung erzielt werden.

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