Virtuelles Kraftwerk

Wärmepumpe soll regenerative Energie speichern

10.08.11 | Autor / Redakteur: Beatrice Heise / Stéphane Itasse

Wärmepumpen können helfen, die Schwankungen im Stromnetz durch erneuerbare Energien auszugleichen. (Bild: Bosch)
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Wärmepumpen können helfen, die Schwankungen im Stromnetz durch erneuerbare Energien auszugleichen. (Bild: Bosch)

Die für 2022 geplante Energiewende bedeutet vor allem die Notwendigkeit, regenerative Energien weiterhin effizient und nachhaltig auszubauen. Besonders der Energieverlust durch schwankende Wetterbedingungen erschwert die Nutzung von Wind-, Hydro- und Solarenergie immer noch erheblich. Eine Möglichkeit, diesen Schwund auszugleichen, sind virtuelle Kraftwerke mit Wärmepumpen als Energiespeicher.

Ein virtuelles Kraftwerk ist ein Zusammenschluss mehrerer dezentraler Stromerzeuger wie Windparks, Solarparks, Wasserkraftwerken und kleineren Blockheizkraftwerken, sowie von Stromverbrauchern wie Wärmepumpen-Heizungen. Zuerst einmal ermöglicht die Verbindung der verschiedenen Stromerzeuger größenteils den Ausgleich von zu niedriger oder zu hoher Netzeinspeisung.

Wärmepumpe punktet mit reduziertem CO2-Ausstoß

Die überschüssige Energie wird dabei allerdings nicht weiter verwendet und geht verloren. Der ebenfalls im virtuellen Kraftwerk integrierte Stromverbraucher in Form von Wärmepumpen soll dem begegnen können, erfährt man vom Bundesverband Wärmepumpe e.V.. So seien die Wärmepumpen nicht nur in der Lage, den regenerativen Strom sofort weiterzuverwenden, sondern können ihn auch in Form von Wärme zwischenspeichern. Um zu gewährleisten, dass das Stromangebot zu jeder Zeit der Nachfrage entspricht, muss die Last im Stromnetz im Gleichgewicht gehalten werden. Die Wärmepumpen sind dank ihrer integrierten Wärmespeicher hervorragend zum Lastmanagement geeignet und können in Zukunft effizient und in großer Anzahl gesteuert werden, heißt es seitens des Verbands.

Außerdem verfüge die Wärmepumpe nachweislich über ein sehr hohes CO2-Einsparpotential im Vergleich zu fossilen Heizungen. Dies belege eine Studie zum CO2-Ausstoß des Lehrstuhls für Energiewirtschaft und Anwendungstechnik, IfE, der TU München. „Eine effiziente Wärmepumpe spart im Vergleich zu einer fossilen Heizung bereits heute rund die Hälfte des CO2 ein“, sagt Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wärmepumpe e.V. .

Pilotprojekte virtueller Kraftwerke weiter ausbauen

Einzelne Pilotprojekte virtueller Kraftwerke sind bereits in Zusammenarbeit von Stiebel Eltron, SES Energiesysteme, Senertech Center und Vattenfall Europe Wärme AG in Berlin und Hamburg gestartet worden, diese gilt es jetzt weiterhin zu fördern und auszubauen, so der Bundesverband Wärmepumpe. Dabei werden in den virtuellen Kraftwerken Blockheizkraftwerke und Wärmepumpen zu einem vernetzten, flexibel regelbaren und zentral gesteuerten Anlagensystem kombiniert, heißt es weiter.

„Durch den Verbund von erneuerbaren Stromerzeugern, Blockheizkraftwerken und Wärmepumpen in virtuellen Kraftwerken werden neue Perspektiven für die effiziente Wärmeversorgung und die Nutzung von Strom aus dezentralen Quellen geschaffen“, fasst Karl-Heinz Stawiarski zusammen.

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