Stromspeicherung

Power to Gas ist Favorit bei den Stromspeichern für erneuerbare Energien

04.09.12 | Autor / Redakteur: Stéphane Itasse / Stéphane Itasse

Wird Ökostrom zur Wasserstoff- oder Methanerzeugung genutzt, kann man auch mit regenerativer Energie Auto fahren. Diese Form der Energiespeicherung gilt deshalb als vielversprechend.
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Wird Ökostrom zur Wasserstoff- oder Methanerzeugung genutzt, kann man auch mit regenerativer Energie Auto fahren. Diese Form der Energiespeicherung gilt deshalb als vielversprechend. (Bild: ZSW)

Strom aus erneuerbaren Quellen stellt die Energiewirtschaft vor völlig neue Herausforderungen: Statt wie bisher die Erzeugung abhängig von der Nachfrage zu steuern, sehen sich die Versorger mit einem stark schwankenden und nicht regelbaren Angebot konfrontiert. Ein Ansatz, um dies in den Griff zu bekommen, sind Energiespeicher.

„Das Energiekonzept der Bundesregierung sieht eine deutliche Steigerung der erneuerbaren Energien vor, Ziel sind 80 % bis zum Jahr 2050“, verdeutlichte Alexander Folz, beim Bundesumweltministerium für Forschung und Entwicklung im Bereich erneuerbare Energien zuständig, auf der 2. VDI-Fachkonferenz „Stationäre Energiespeicher für erneuerbare Energien“. Doch bereits 2015 werde die installierte Leistung für Ökostrom über der benötigten Höchstlast in Deutschland liegen. „Wir werden Zeiten haben, in denen es ein massives Überangebot gibt“, folgerte Folz, „und längere Zeiten, nicht nur mehrere Minuten, in denen wir zu wenig Energie haben.“

Energiespeicher machen Versorgung flexibel

In dieser Situation würden Energiespeicher eine Flexibilitätsoption bieten. Allerdings gelte es, das Gesamtsystem zu optimieren und auch Netzausbau, Kraftwerksmix und die Entwicklung bei Smart Grids zu betrachten. In den kommenden zwei Jahren werde die Bundesregierung eine Speicher-Roadmap vorlegen, kündigte Folz weiter an: „Eine Förderung wird es allerdings nur für die Energiespeicher geben, die dem Gesamtsystem nutzen.“

Als Beispiel für einen Energiespeicher im großen Maßstab stellte Dr. Hermann Pengg-Bührlen von der Audi AG die geplante Power to Gas-Anlage des Autoherstellers vor, die 2013 in Betrieb gehen soll. Die 6-MW-Anlage wird Wasser, Strom und CO2 in Wasserstoff und auf einer weiteren Veredelungsstufe in Methan umwandeln – die Methanisierung erlaubt eine Einspeisung in das Erdgasnetz.

Power to Gas schafft koppelt Strom- und Gasnetz

„Power to Gas schafft eine neue Kopplung des Stromnetzes mit dem Gasnetz. Außerdem werden Stromüberschüsse aus erneuerbaren Energien zu einem sekundären Energieträger für Mobilität, Wärme oder Industrie“, erläuterte Pengg-Bühren. Zudem ermögliche das Verfahren im Gegensatz zu anderen Energiespeichern eine Speicherung von mehr als zwei Tagen, eine Dekarbonisierung des Wärme- und Industriesektors sowie eine Dekarbonisierung der Automobile auf der Langstrecke, im Schiffs- und im Flugverkehr. „Mit Power to Gas sind 100 % erneuerbare Energien machbar“, bilanzierte der Audi-Manager.

Unterstützt wurde er von Werner Diwald, Vorstandsmitglied der Enertrag AG: „Power to Gas ist der Schlüssel der Energiewende“. Der Windparkbetreiber hat ein eigenes Hybridkraftwerk errichtet, um einerseits Wasserstoff für Fahrzeuge zu produzieren und andererseits ein Blockheizkraftwerk mit einem Biogas-Wasserstoff-Gemisch zu betreiben und damit Fehler aus der Day-ahead-Prognose für den Windstrom auszugleichen. „Die Herausforderung besteht darin, möglichst wenig Gas zurückzuverstromen“, sagte Diwald. Damit ließen sich die Kosten in Grenzen halten.

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Die Energiespeichertypen

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