Selbstorganisierende Produktion

Die Fabrik der Zukunft denkt mit

02.11.2009 | Autor / Redakteur: Reinhold Schäfer / Reinhold Schäfer

Vom 10. bis 13. November können sich die Besucher der Productronica in München wieder über neueste Entwicklungen in der Elektronikfertigung informieren. Bild: Messe München

Alles über neueste Produktionsmethoden in der Elektronikfertigung wird vom 10. bis 13. November 2009 in München auf der Productronica zu sehen sein. Auf einer Sonderschau der Weltleitmesse zeigen deutsche Forscher, wie sie sich die intelligente Produktion in Zukunft vorstellen.

Die selbstorganisierende Produktion (Sopro) soll künftig den Herstellungsprozess von Gütern revolutionieren. Maschinen und Werkstücke, die mittels Chip miteinander kommunizieren, voneinander lernen und ihre Arbeit selbst einteilen, sorgen dafür, dass Fertigungsprozesse flexibler, effizienter und umweltfreundlicher werden. Die Partner des Projekts Sopro geben hierbei einen Ausblick auf die intelligente Fabrik der Zukunft.

Productronica als geeignete Plattform für selbstorganisierende Produktion

„Die Productronica 2009 ist als Trendsetter der Branche die ideale Plattform, um tiefere Einblicke in eine Technologie zu gewähren, die den Produktionsstandort Deutschland nachhaltig verändern wird“, sagt Eckhard Hohwieler vom Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK), wissenschaftlicher Koordinator des Projekts Sopro. „Als Wissenschaftler schätze ich besonders den praktizierten Wissenstransfer zwischen Forschung und Industrie, der auch für die Entwicklung der selbstorganisierenden Produktion entscheidend ist, da er den Schritt von der Theorie in die Praxis möglich macht.“

Unter der wissenschaftlichen Leitung des IPK forscht im Rahmen des Projekts Sopro ein Konsortium von Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft sowie der Technischen Universität Berlin an der Weiterentwicklung sogenannter Process-E-Grains, der Schlüsselelemente der intelligenten Produktion. Die Zusammenarbeit mit der Industrie wird von den Fachverbänden Productronic und Micro Technology sowie der Arbeitsgemeinschaft Modulare Mikrosysteme im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) koordiniert.

E-Grains lenken die Abläufe in der intelligenten Fabrik

Process-E-Grains sind kleine elektronische Zellen, die autonom miteinander kommunizieren und voneinander lernen. So kann beispielsweise eine ausgelastete oder defekte Maschine mithilfe eines E-Grains Transportanlagen und Werkstücken mitteilen, dass eine alternative Anlage genutzt werden muss. Die zu bearbeitenden Werkstücke werden daraufhin zu einer anderen Maschine befördert und melden mit einem eigenen E-Grain, welche Arbeiten an ihnen durchgeführt werden müssen. Entscheidungen, die einen reibungslosen Ablauf des Herstellungsprozesses in einer Fabrik gewährleisten, können so autark binnen Sekundenbruchteilen getroffen werden. Das ermöglicht Zeit- und Kosteneinsparungen.

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