Profibus

Profienergy soll Energiekosten in produktionsfreien Zeiten senken

24.11.2009 | Redakteur: Monika Zwettler

Im März 2010 sollen erste Profienergy-Produkte von Siemens erhältlich sein, kündigte Thomas Schott, Leiter Factory Automation bei der Siemens AG in Nürnberg, auf der SPS/UPC/Drives an. Bild: Zwettler

Die Automatisierungsinitiative deutscher Automobilhersteller AIDA hat die Profibus Nutzerorganisation PNO aufgefordert, ein herstellerunabhängiges Profil Profienergy zu erstellen. Es soll auf dem Industrial-Ethernet-Standard Profinet basieren und es ermöglichen, nicht benötigte Verbraucher in Pausenzeiten zentral gesteuert abzuschalten, wie Siemens auf der Messe SPS/IPC/Drives berichtet.

Anfang 2009 wurden die Arbeiten aufgenommen unter der Beteiligung von dreizehn Firmen aus der Automatisierungsindustrie, einschließlich Siemens. Aktuell befindet sich das Papier bei der PNO im Review und soll Anfang 2010 als freigegebene Version zur Verfügung stehen. „Das Ziel für erste Profienergy-Produkte aus dem Hause Siemens lautet März 2010“, sagt Thomas Schott, Leiter Factory Automation bei der Siemens AG in Nürnberg

Profienergy – Energiekosten senken in produktionsfreien Zeiten

Bisherige Lösungen, in den Ruhephasen eine Produktion manuell abzuschalten, sind zeitaufwendig und unzuverlässig, wie Schott erläutert. Mit Profienergy ist es nun möglich, nicht benötigte Verbraucher automatisiert in den Ruhepausen abzuschalten oder im Stromverbrauch zu reduzieren.

Durch selektives Abschalten einzelner Funktionen oder von Geräten lässt sich der Energieverbrauch senken. Dies gilt nicht nur in langen, sondern auch in kurzen Pausen, etwa einer Frühstückspause.

Profienergy sieht einen standardisierten Datensatz vor, mit dem sich eine einfache Programmierung auch komplexer Schaltvorgängen realisieren lassen wird. Eine rückwirkungsfreie Integration in bestehende Standards soll auch den Investitionsschutz der Anwender garantieren. Anwendbar wird der neue Standard in allen Fertigungsindustrien und Industrien mit klassischen Produktions-Pausen sein.

Energieeffizienz-Beispiel aus der Automobilindustrie

„Projektziel war, den Energieverbrauch einer Teilproduktionsanlage festzustellen, die unter anderem mit Siemens-Umrichtern G120D ausgerüstet ist. Eingesetzt wurde das Energiemanagementsystem Simatic powerrate in Verbindung mit unterlagerter Messtechnik“, führt Schott aus. Ermittelt und dargestellt wurde der Energiebedarf der Anlage bei unterschiedlichen Anlagenzuständen.

Dadurch ließen sich Verbesserungspotenziale durch das Abschalten nicht benötigter Verbraucher zum Beispiel in der 400- und 24-V-Ebene aufzeigen. Ein Ergebnis war die Erkenntnis, dass ein Hochfahren der Produktionslinie erst zehn Minuten vor Schichtbeginn notwendig war. Insgesamt spare der Kunde aus der Automobilbranche nun 75% Energie an den Produktionslinien ein.

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