30.06.11 | Autor / Redakteur: Nikolaus Fecht / Udo Schnell

Kann ich die Maschine in meiner Sprache bedienen? Diese Frage werden auf der EMO 2011 wieder viele Besucher stellen. Passé sind die Zeiten, als Anwender eine englischsprachige Version akzeptiert haben. Das Zauberwort heißt Software-Internationalisierung. Werkzeugmaschinenhersteller zeigen mögliche Lösungen.
Mit dem Slogan „Weltweit interessiert nur eine Sprache: die des Erfolges“ stimmt die DCC GmbH aus Hannover die Besucher ihrer Homepage auf ihre Dienstleistungen der besonderen Art ein. Die Niedersachsen haben frühzeitig erkannt, dass es beim Internationalisieren von Produkten um mehr geht.
Mit dem Übersetzen etwa der Bedienermenus oder der technischen Dokumentation ist es nicht getan. Gefragt ist vielmehr die „Software-Internationalisierung“, mit der sich mittlerweile auch ein eigener VDMA-Arbeitskreis beschäftigt.
In diesem Arbeitskreis sitzt auch Sven Just, technischer DCC-Geschäftsführer. Es geht ihm und seinen Mitstreitern darum, die Software an die lokalen Anforderungen der Anwender anzupassen.
Auf die Dienstleistung kam das Unternehmen per Zufall. „Ein chinesischer Professor aus meinem Bekanntenkreis hatte ein EDV-Spiel programmiert“, berichtet Just. „Er musste auch die chinesischen Zeichen sehr umständlich selbst pixeln. Dabei fragten wir uns: Wie machen das eigentlich Industrieunternehmen?“ Sven Just erkannte die Nische und startete erste Projekte, bei denen er die Bedienung von Telefonen, Handys und Transrapid-Cockpits internationalisierte.
Der Erfolg führte 1996 schließlich zur Gründung des Unternehmens DCC. Mittlerweile hat es alle Regionen der Welt erobert. Als besondere Herausforderung sieht Just die Aufträge für die arabische Welt an. „Das ist ein sehr spannendes Thema, weil Sprache und Kultur ganz anders geartet sind“, meint der Geschäftsführer. „Chinesisch ist dagegen dank Standardsoftware schon längst kein Problem mehr.“
DCC ist ein Lokalisierungsdienstleister. „Unsere Softwareentwickler arbeiten mit einem Netzwerk von Übersetzern aus den jeweiligen Ländern zusammen“, erklärt Just. Der Fachmann spricht vom Lokalisieren, zu dem vor der Übersetzung das Anpassen an die jeweiligen Adress- und Papierformate, Schriften und technischen Einheiten zählt. Zum Lokalisieren gehört daher in den USA auch das Berücksichtigen von nichtmetrischen Systemen.
Just: „Wenn das Programm mit Werten wie drei Achtel Zoll rechnet und diese ins metrische System überführt, müssen sie bei Dezimalsystemen genügend Stellen hinter dem Komma vorsehen, weil das Ergebnis sonst zu ungenau ausfällt.“
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