Rapidtech 2012

Generative Fertigung braucht erfolgreiche Business-Modelle

30.04.12 | Redakteur: Jürgen Schreier

Noch ist das klassische Gipsmodell billiger

Außerdem: Was können die Materialien abbilden, wie sieht es mit der Genauigkeit aus und was kann in die Modelle evtl. an zusätzlicher „Intelligenz“ eingebracht werden: Da additive Fertigungsprozesse von den Materialien und den Investitionen her noch immer teurer sind als das klassische Gipsmodell, müssen beim Einsatz von Additive Manufacturing übergeordnete Strategien und Aspekte berücksichtigt werden. Dazu gehören ein geringerer Werkzeugverschleiß, eine höhere ästhetische Qualität und verkürzte Behandlungszeiten im Zahnarztstuhl. Die Digitalisierung in der Zahntechnik bietet mittlerweile ein höchst differenziertes Spektrum an Anwendungen, vom Intraoral-Scan bis zum Digital-Druck.

Generative Fertigungsverfahren gehen in die Luft

„Die Produktion direkt aus dem CAD-File kann mittels Additiven Fertigungsverfahren zu Produkten führen, die nicht nur leichter sind, sie besitzen auch eine deutliche höhere Funktionalität. Im Besonderen kann die Konstruktion belastungsgerecht ausgeführt werden, so dass sich nur dort Material befindet, wo auch Kräfte wirken – ein unschlagbarer Vorteil der additiven Verfahren“, stellt Dr. Eric Klemp fest, Leiter des Fachforums Luftfahrt.

Das Programm eröffnet in diesem Jahr Peter Hoffman von Boeing. In der Keynote-Session stellt er die weltweite Aerospace Business Strategie des Konzerns vor und verdeutlicht die Rolle des Additive Manufacturing in einer innovativen Branche. Die folgenden Vorträge der zweitägigen Veranstaltung präsentieren viele weitere neue Ansätze.

Dr. Dieter Schwarze (SLM Solutions GmbH) erläutert neue technologische und wirtschaftliche Vorteile für die Kleinserienfertigung durch Selective Laser Melting. Dabei geht es um die Einführung einer neuen Doppelstrahltechnologie, mit der die Performance der Maschine durch Leistungssteigerung und Aufschmelzwirkung der Laser erheblich gesteigert wird.

Mit Additive Manufacturing Ersatzteile „auf dem Weg zum Mars“ fertigen

Das für die Luftfahrtindustrie immer wichtiger werdende Thema der Qualifizierung bzw. Zertifizierung spricht Markus Oeding an (Stükerjürgen Aerospace Composites GmbH & Co. KG). In seinem Vortrag behandelt er aus praktischer Sicht die Anforderungen bei der Qualifikation von FDM-Bauteilen. Auf Basis der Auswertung bereits durchgeführter und aktueller Raumfahrtprogramme beschäftigt sich Jürgen K. von der Lippe (vdlconsult / GoSpace) mit den – zukünftigen – Möglichkeiten der Einbettung von Additive Manufacturing in die Konzepte der Ersatzteilversorgung „auf dem Weg zum Mars“.

Mit der Zukunft der additiven Fertigung beschäftigt sich auch Marina Wall (Heinz Nixdorf Institut). Auf Basis von Zukunftsszenarien werden Chancen und Risiken für den Einsatz additiver Fertigungsverfahren ermittelt, Ideen für zukünftige Produkte entwickelt und Anforderungen an das Direct Manufacturing abgeleitet.

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