VDMA

Auftragseingang im Maschinenbau sinkt zweistellig

29.03.12 | Redakteur: Stéphane Itasse

Der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau zeigt sich seit August stabil. (Bild: ABB)
Der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau zeigt sich seit August stabil. (Bild: ABB)

Deutliche Minusraten verzeichnet der deutsche Maschinen- und Anlagenbau bei seinen Bestellungen: Der Auftragseingang lag im Februar 2012 um 16% unter dem Ergebnis des Vorjahres, wie der VDMA am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilt. Für den Verband ist dies jedoch kein Grund zur Sorge.

Das Inlandsgeschäft sank um 12%, das Auslandsgeschäft um 18% im Vergleich zum Vorjahresniveau, heißt es weiter. Im Dreimonatsvergleich Dezember 2011 bis Februar 2012 ergibt sich insgesamt ein Minus von 11% im Vorjahresvergleich. Die Inlandsaufträge lagen mit 7% im Minus. Bei den Auslandsaufträgen gab es ein Minus von 12%.

Maschinenbau-Auftragseingang zeigt sich stabil

„Die hohen Minusraten gehen weiterhin auf ein extrem hohes Vorjahresniveau zurück. Das erste Quartal war das an Bestellungen reichste des Jahres 2011. Der Eindruck, dass sich der Ordereingang auf dem erreichten Niveau stabilisiert, hat sich im Februar gefestigt“, kommentierte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers das Ergebnis.

Im Februar 2012 habe der Auftragseingang seine Seitwärtsbewegung fortgesetzt, erläuterte Wiechers weiter, „das heißt, die Auftragseingänge bewegen sich ungefähr auf dem Niveau des Monats Januar.“ Betrachte man den Index des Auftragseingangs, würden sich die Bestellungen bereits seit August in einem engen Band bewegen, von einem Ausreißer im Dezember abgesehen.

Grundzufriedenheit bei den meisten Maschinenbauern

Entscheidend für die weitere Entwicklung im Maschinen- und Anlagenbau ist nach Aussage des VDMA-Chefvolkswirts die Stimmung bei den Kunden und den Maschinenbauern selbst. „Diese Stimmungslage ist schon interessant: Das Lageurteil ist nach wie vor auf einem hohen Niveau. Die Erwartungen sind im letzten Jahr heruntergekommen, haben sich in den letzten Monaten dann etwas stabilisiert.“ Die Stimmung sei nicht euphorisch, aber auch nicht schlecht. „Es ist eine gewisse Grundzufriedenheit da“, berichtete Wiechers auf Anfrage unserer Redaktion.

Alle Schwankungen zum Trotz erweist sich der Maschinenbau aber immer noch als Jobmotor. „Die Überraschung des vergangenen Jahres und des beginnenden Jahres 2012 war für uns zweifellos der Beschäftigtenaufbau“, sagte der VDMA-Chefvolkswirt abschließend. „Wir hatten im Jahresverlauf 2011 einen Zuwachs der Beschäftigten von 35.000 Mitarbeitern. Erwartet hatten wir zu Anfang des Jahres noch 20.000.“ Der wirtschaftliche Aufschwung schlage sich in neuen Arbeitsplätzen nieder, und das habe sich auch im Januar fortgesetzt.

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