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EBM-Papst

Erfolgreiche Razzia gegen Produktpiraten in China

| Redakteur: Stéphane Itasse

(Bild: EBM-Papst)

Die Aktion war laut Mitteilung des Ventilatorenhersteller EBM-Papst, Mulfingen, ein Volltreffer: Am Montag, dem 23. Juli 2012, durchsuchten Beamte der Verwaltungsbehörde für Industrie und Handel (AIC) im Rahmen einer Razzia die Räume des Ventilatorenhändlers Beijing Longwei Shengda Technology in Peking und wurden fündig.

Im Lager des Unternehmens, das kein Händler von EBM-Papst ist, wurden große Mengen Kartons mit gefälschten Ventilatoren entdeckt. Alle waren mit dem Markenlabel des deutschen Herstellers versehen, wie das Unternehmen am Freitag mitteilt. „Es waren knapp 150 unterschiedliche Produkte, den Wert, den sie als Originale gehabt hätten, können wir noch nicht beziffern“, erläuterte ein Sprecher von EBM-Papst auf Anfrage unserer Redaktion. Auf jeden Fall sei es aber ein richtig großer Fang.

Zehntausende kopierter EBM-Papst-Etiketten entdeckt

Zuerst behauptete der Inhaber, es handle sich um Originale. Als dann aber noch zehntausende kopierter Etiketten und die passenden gefälschten Druckplatten entdeckt wurden, gab er zu, die Ventilatoren aus Südchina zu beziehen, selbst zu labeln und als originale EBM-Papst Ventilatoren nach China und ins Ausland zu verkaufen, heißt es. Da die Marke EBM-Papst auch in China geschützt ist, beschlagnahmten die Beamten die Ventilatoren, Etiketten und Druckplatten und verwarnten den Händler.

„Wir gehen davon aus, dass Fälschungen unserer Produkte einen Umsatzanteil von rund 150 Mio. Euro pro Jahr ausmachen, also 10% unseres Umsatzes“, sagt Hans-Jochen Beilke, Vorsitzender der Geschäftsführung der EBM-Papst-Unternehmensgruppe. „Das Ergebnis dieser Razzia zeigt einmal mehr, dass wir mit dieser Schätzung recht nahe liegen.“

EBM-Papst will weiterhin gegen Produktpiraterie vorgehen

Beijing Longwei Shengda Technology sei nicht das einzige Unternehmen, gegen das der deutsche Innovationsführer in China vorgeht. EBM-Papst verfolgt die Fälscher seiner Ventilatoren nach eigenen Angaben konsequent, zum Schutz seiner Marke, aber vor allem, um das dem Kunden gegebene Qualitätsversprechen einzuhalten.

Bei der Bekämpfung der Produkt- und Markenpiraterie gehe es dem deutschen Unternehmen um die Sicherung von Vertrauen und den Schutz der Konsumenten. „Die qualitativ minderwertigen Fälschungen weisen einen erhöhten Verschleiß auf und können die hohen Sicherheitsstandards, denen alle EBM-Papst-Produkte unterliegen, nicht erfüllen”, sagt Dr. Bruno Lindl, EBM-Papst-Gruppengeschäftsführer Forschung und Entwicklung.

Politik in China hilft mittlerweile im Kampf gegen Produktpiraterie

Die Razzia zeigt laut Mitteilung, dass sich deutsche Unternehmen heute bei der Bekämpfung der Marken- und Produktpiraterie auf die Unterstützung des chinesischen Staates verlassen können. „Die Zentralregierung in Beijing hat den Wert des geistigen Eigentums erkannt und bekämpft das Counterfeiting, das auch chinesische Unternehmen schädigt, mit Nachdruck”, berichtet Beilke.

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