Stahl-Informations-Zentrum

Intelligenter Leichtbau mit Stahl

27.04.2012 | Redakteur: Kirsten Haubert

Edelstahlplattierte LKW-Stoßstange. Bild: Hendrickson Bumper and Trim

Gewichtsreduzierung, besonders bei bewegten Bauteilen, trägt wesentlich zur effizienten und nachhaltigen Nutzung von Ressourcen bei. Welche Leichtbaupotenziale der Werkstoff Stahl bietet, demonstrierte das Stahl-Informations-Zentrum (SIZ) zusammen mit Stahlherstellern im Themenpark Leichtbau der Hannover-Messe 2012.

In den Ausstellungsbereichen der „Solutions Area“ zeigen anwendungsorientierte Exponate aus unterschiedlichen Branchen die Bandbreite moderner Leichtbauwerkstoffe sowie Konstruktions- und Fertigungslösungen. Gemeinsam mit Arcelor-Mittal, Salzgitter, Thyssen-Krupp Steel Europe und Wickeder Westfalenstahl präsentiert das Stahl-Informations-Zentrum ausgewählte Beispiele aus dem Bereich der Mobilität. Intelligente konstruktive Gestaltung mit hohem Leichtbaugrad bei gleichzeitig hoher Wirtschaftlichkeit zeichnen diese Exponate laut SIZ aus.

Leichtbau macht Auflieger um 39 % leichter

Arcelor-Mittal präsentiert für Nutzfahrzeuge eine Lösung für ein leichteres Fahrwerk, mit dem größere Lasten getragen und somit Leerfahrten reduziert werden können. Im Rahmen des „Trailtech“-Projekts gelang es dem Unternehmen, eine Leichtbaulösung für Aufliegerfahrwerke zu entwickeln, die diese um 39 % leichter macht als herkömmliche Fahrwerke und so für geringeren Kraftstoffverbrauch und eine bessere Umweltverträglichkeit sorgt. Verwendet werden hochfeste Stahlsorten. Gezeigt wird ein Kupplungsträger.

Salzgitter stellt anhand von Pkw-Karosseriebauteilen Beispiele für den wirtschaftlichen Leichtbau mit innovativen Beschichtungen und die Verwendung von höherfesten Stahlsorten in Form von Tailored Blanks vor. Thyssen-Krupp Steel Europe präsentiert unter anderem Beispiele für den modernen, wirtschaftlichen Karosserieleichtbau mit einem neuen Stahl-Verbundwerkstoff. Das Material besteht aus zwei hauchdünnen Stahl-Deckblechen, die einen Kunststoffkern umschließen.

Stahl-Kunststoff-Verbund bietet hohe Festigkeit und niedriges Gewicht

Es kombiniert die hohe Festigkeit von Stahl mit dem geringen Gewicht von Kunststoff. Hinzu kommen laut Aussteller erstklassige Werte hinsichtlich Biege- und Beulsteifigkeit. Damit sei der Sandwichwerkstoff vor allem für flächige Karosseriebauteile prädestiniert. Ein weiteres Thema der Duisburger Stahlproduzenten: Stahl und Elektromobilität. Wickeder Westfalenstahl zeigt Möglichkeiten des Leichtbaus durch Plattierung unterschiedlicher Werkstoffe anhand einer LKW-Stoßstange und eines Motorschützes. Die Lkw-Stoßstange weist durch den verwendeten Edelstahl im sichtbaren Bereich die Ästhetik einer verchromten Oberfläche auf. Ein Verchromen aus optischen Gründen kann deshalb entfallen.

Bei den gezeigten Stahl-Leichtbaukonzepten gehe es nicht allein um das Einsparen von Gewicht. Neben der Erfüllung der Bauteileigenschaften wie Beulfestigkeit, Crashsicherheit und Steifigkeit sollen sich, so heißt es, die Lösungen zudem durch eine hohe Material- und Energieeffizienz bei gleichzeitig hoheWirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus auszeichnen.

Wie alle Produkte aus Stahl lassen sie sich nach einer langen Lebensdauer ohne Qualitätsverlust in den Werkstoffkreislauf zurückführen. In Kombination mit der umweltverträglichen Materialerzeugung und Bauteilherstellung macht dies den ökologischen Rucksack leicht und den durch Treibhausgasemissionen beschriebenen „Fußabdruck“ vergleichsweise klein.

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