Logistikstrategien

Logistik in der Stahlindustrie – Branche sucht Lösungen

11.05.12 | Redakteur: Robert Weber

Heiße Branche: Die Stahlproduktion in Deutschland wächst, doch die Unternehmen suchen nach neuen Logistikstrategien, denn die Volatilität im Markt nimmt auch hier zu.
Heiße Branche: Die Stahlproduktion in Deutschland wächst, doch die Unternehmen suchen nach neuen Logistikstrategien, denn die Volatilität im Markt nimmt auch hier zu. (Bild: Bundesarchiv, B 145 Bild-F079044-0020 / CC-BY-SA, wikipedia.de unter CC Lizenz)

Hohe Dieselpreise, Fahrermangel, Volatilität, Umweltschutz und Just-in-time-Prozesse; die Herausforderungen an die Stahlindustrie in der Logistik steigen. Die Verantwortlichen reagieren mit neuen Prozessen und Versorgungsstrategien.

Die Stahlindustrie in Deutschland wächst zwar moderat, doch um zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben, braucht es neue Distributionslösungen. Darin waren sich die meisten Teilnehmer des 12. Branchenforums Stahl, das vom Verband Verkehrswirtschaft und Logistik NRW (VVWL) und dem Logistikcluster organisiert wurde, einig.

Kunden fordern schnelle Logistik

Frank Löchmann, Leiter Logistik und Prokurist der Schmolz + Bickenbach Distributions GmbH, sieht bei seinen Kunden einen Wandel in den Logistikprozessen. Die Abnehmer des Stahls setzen auf einen Abbau der Bervorratung und fordern von den Logistikern Just-in-time-Lieferungen. Die daraus folgenden Anforderungen, im Nahverkehr innerhalb von 24 Stunden inklusive Produktionszeit zu liefern, stellen den Handel zunehmend vor ein Problem.

Fahrermangel und neue IT-Lösungen

In einer Diskussionsrunde beschrieben Dienstleister, Industrie und Handel einen Distributionswandel hin zu kleineren Losgrößen in höherer Frequenz bei kürzerer Laufzeiterwartung. Dabei sahen sich die Diskutanten schon jetzt mit klaren Grenzen konfrontiert. Für Dirk Michael Müller ,Geschäftsführer

Rheinkraft International GmbH und stv. Vorsitzender des Fachausschusses Stahl im

VVWL, steht dabei der Fahrermangel im Vordergrund. Durch steigende Belastung und Anforderung entschieden sich immer weniger junge Menschen für den Beruf des Kraftfahrers. Er sieht die Verkehrswirtschaft gemeinsam mit der Industrie in der Verantwortung, das Arbeitsumfeld und damit das Berufsbild des Fahrers zu verbessern.

Stärkere Einbindung der Prozessbeteiligten

Joachim Schürings, Teamkoordinator Einkauf/Logistik, ThyssenKrupp Stell Europe AG, wies auf die Hauptaufgabe hin, bestehende Prozessabläufe zu optimieren und die Prozesse übergreifend unter stärkeren Einbindung der Dienstleister und Kunden sowie von IT-Lösungen durchgängig zu gestalten. Zudem sei bereits jetzt im Aufbau ein berichtswesen zum CO2-Austausch und im nächsten Schritt zu erwarten, dass neben Kosten, Preisen, Zeiten und Kapazitäten der CO2-Ausstoss als Steuerungsinstrument in die Disposition eingebaut werde. Dr. Andreas Hucht, Geschäftsbereichsleiter Kontraktlogistik und Prokurist der Panopa Logistik GmbH, stellte den Spagat zwischen Zentralisierung und Kundennähe als besonderes Problem dar.

Waggonknappheit im Boom

Auch die Bahn sieht sich laut Gerhard Holzmüller. Leiter Marktbereich Montan, DB Schenker Rail Deutschland AG,durch die Volatilität der Märkte mit neuen Schwierigkeiten konfrontiert. So hätte die unerwartet gute Entwicklung Anfang 2011 zu einer Waggonknappheit geführt. Darauf habe die Bahn schnellstmöglich mit einer Aufstockung reagiert, so dass im Herbst hunderte Waggons ungenutzt blieben.

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