Steuerungstechnik

Fraunhofer-Forscher zeigen den Behälter für alle Fälle

20.04.12 | Autor / Redakteur: Robert Weber / Robert Weber

Streng geheim: Die Forscher haben die wichtigen Module für den Inbin schwarz abgeklebt, denn sie befürchten Industriespionage.
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Streng geheim: Die Forscher haben die wichtigen Module für den Inbin schwarz abgeklebt, denn sie befürchten Industriespionage. (Bild: Fraunhofer IML)

Sein Name ist Inbin und er kann sprechen. Der neue Behälter ist weder verwandt noch verschwägert mit einem Roboter, trotzdem hat er das Potential, die Logistikwelt zu revolutionieren. Er spricht mit dem Menschen und könnte vielleicht sogar die Fördertechnik steuern.

Wenn man Prof. Dr. Michael ten Hompel zu seinem neuen Lieblingsbehälter „Inbin“ befragt, dann grinst der Dortmunder Forscher. Auch auf dem Materiaflusskongress in Garching, auf dem ten Hompel auch mit Behälterherstellern sprach, die ihr Interesse anmeldeten. „Ja, wir führen Gespräche und haben schon wieder gute Idee“, bestätigte ten Hompel diesem Magazin.

Seinem Team ist mit dem Behälter ein Coup gelungen, den der Professor genießt. Denn die Fraunhofer-Forscher machen ein Versprechen wahr: Der Behälter spricht mit den Logistikern und könnte in Zukunft sogar die Fördertechnik steuern. Das Institut präsentiert mit Inbin den ersten „wirklich intelligenten“ Behälter für das Logistikzentrum, so der Wissenschaftler. Kosten für die Komponenten: Knapp unter 20 Euro.

Die Fraunhofer-Forscher haben Angst vor Spionage

Lange mussten die Dortmunder Forscher auf das technische Zubehör für den neuen Behälter warten. Doch dann kamen die ersehnten Pakete aus den USA und Asien und die Arbeit konnte beginnen. Erst seit kurzem verfügbare Komponenten – wie Energiepuffer, Energy-Harvester und Mikroprozessoren – ermöglichen den ersten kommunizierenden Behälter, der den gesamten Kommissioniervorgang leiten und kontrollieren kann. Zur Präsentation des Inbin waren die Komponenten noch abgeklebt – Spionage ausgeschlossen.

Der neue Behälter kommuniziert mit Menschen und Maschinen, trifft eigenständig Entscheidungen, überwacht seine Umgebungsbedingungen und steuert Logistikprozesse. Kurz gesagt, der Inbin denkt mit. Ein wirklich intelligenter Behälter „Vor einigen Jahren träumten wir davon, die Rechnerleistung an den Behälter zu kleben, mit der wir 1969 zum Mond geflogen sind. Heute haben wir Prozessoren zur Verfügung, die noch mehr können: 16- oder 32-Bit-Prozessoren mit einigen Megahertz Taktfrequenz und ausreichendem Speicher von einigen Hundert Kilobyte sorgen dafür, dass wir von einem wirklich intelligenten Behälter sprechen“, freut sich Prof. Dr. Michael ten Hompel.

Grüner Behälter für das Lager der Zukunft

Speziell auf die Anforderungen der Logistik zugeschnitten, besteht der Behälter trotz seiner Intelligenz aus kostengünstigen Komponenten und ist robust gebaut, versprechen die Erfinder. Dank Energy Harvesting ist der Inbin energieautark, das heißt, er holt sich die erforderliche Energie aus der Umgebung, ohne eine zusätzliche Stromquelle zu benötigen. Schon bei 400 Lux springen spezielle Solarzellen an und der intelligente Ladungsträger wacht aus dem Dämmerschlaf auf. Der Behälter ist damit in jeder Umgebung einsatzbereit, in der Menschen arbeiten, heißt es in Dortmund.

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