China/ASEAN

Auf dem Weg nach China die ASEAN nicht links liegenlassen

22.03.12 | Autor / Redakteur: Stéphane Itasse / Stéphane Itasse

„Export alleine reicht nicht mehr, die Vorgabe lautet heute: Auf den ausländischen Märkten selbst aktiv werden!“ mahnte VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner auf dem Außenwirtschaftstag. (Bild: Itasse)
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„Export alleine reicht nicht mehr, die Vorgabe lautet heute: Auf den ausländischen Märkten selbst aktiv werden!“ mahnte VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner auf dem Außenwirtschaftstag. (Bild: Itasse)

Der Aufstieg Asiens lässt die deutschen Maschinenbauer keineswegs kalt. Neben den Chancen durch das Wachstum der Märkte standen auch die Risiken auf dem jüngsten VDMA-Außenwirtschaftstag in Offenbach im Fokus. Besonders widmeten sich die Teilnehmer außer China und Indien den ASEAN-Staaten.

„Die Zeiten, in denen Asien sich als Lehrling gesehen hat, dem Westen wirtschaftlich und industriell nacheifernd, sind vorbei. Asien sieht sich heute als eigenständige Kraft, die aus eigenem Antrieb und eigener Dynamik wächst“, sagte VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner.

China ist bereits seit 2009 wichtigster Maschinenbau-Exportmarkt

Das Potenzial der asiatischen Märkte zeige sich auch deutlich im Maschinenbau. „Unsere Maschinenexporte nach Asien sind 2011 mit plus 15% erneut stark gewachsen. In den letzten zehn Jahren haben wir unseren Asienanteil beim Export von 17% auf rund 30% fast verdoppelt. China ist bereits seit 2009 vor den USA das Exportland Nummer eins des deutschen Maschinenbaus“, verdeutlichte Lindner.

Aber auch der Konkurrenzdruck aus Asien steige. Es greife daher strategisch zu kurz, Asien nur aus der Absatzperspektive zu betrachten. Der Wohlstand und die Errungenschaften in Deutschland würden in hohem Maße von der Internationalisierung abhängen, das sei weit mehr als nur Export aus Deutschland heraus. „Um in Deutschland weiter Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten, müssen auch Arbeitsplätze im Ausland aufgebaut werden. Ohne solche lokalen Anteile geht es nicht, wenn ein überlebensfähiger Weltmarktanteil langfristig gehalten werden soll“, erläuterte der VDMA-Präsident. Die Vorgabe laute heute: Auf den ausländischen Märkten selbst aktiv werden!

Jedes Unternehmen muss seinen eigenen Weg nach Asien finden

Allerdings gebe es für den Maschinenbau keinen Königsweg nach Asien, dafür sei die Branche zu heterogen. Die richtige Asienstrategie müsse auf das Unternehmen zugeschnitten sein. Allgemein empfehlen könne er nur eine sorgfältige Marktanalyse mit Fokus auch auf die anderen asiatischen Länder außer China, die Entscheidung für das High-End- oder auch das Mittelsegment und daran anschließend die Prüfung einer Zweimarkenstrategie, sagte Lindner.

Außerdem sollten Unternehmen darauf achten, dass die Chemie stimmt: „Sie müssen schauen, dass die Kultur in Ihrem Unternehmen zu dem Land passt, in das Sie gehen wollen“, empfahl der VDMA-Präsident. Dabei sei kein Standort wie der andere – wer in Indien erfolgreich sei, müssen noch lange nicht in China erfolgreich sein. Auch müssten die Unternehmen für den Schritt nach Asien einen langen Atem haben: „Machen Sie eine Planung und nehmen Sie dann das doppelte Geld und die doppelte Zeit, dann haben Sie realistische Zahlen“, riet er.

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