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KOMMENTAR

Industrie 4.0 – wenn Fundamentalkritik auf Ehrlichkeit trifft

| Autor / Redakteur: Dr. Winfried Felser / Stefanie Michel

Diskussion über Industrie 4.0 in der Smart Factory Kaiserslautern: das Internet der Dinge ist mehr als nur Fabrikautomation.
Diskussion über Industrie 4.0 in der Smart Factory Kaiserslautern: das Internet der Dinge ist mehr als nur Fabrikautomation. (Bild: Benedikt Wagner)

Auf der Hannover Messe wird Industrie 4.0 wieder das beherrschende Thema sein. Im Vorfeld haben sich zwei Experten zu diesem Thema getroffen, deren Positionen nicht unterschiedlicher sein könnten: Prof. Zühlke, der „Hausherr“ der Smart Factory Kaiserslautern und der Industrie-4.0-Kritiker Prof. Syska.

Wenn Fundamentalkritik auf Ehrlichkeit trifft und in der Mitte ein profunder Kenner der Community moderiert, dann weiß man danach, wo wir jenseits der Hochglanzbroschüren bei der Industrie 4.0 wirklich stehen. Robert Weber hat Erstaunliches geschafft und mit Prof. Dr. Andreas Syska und Prof. Dr. Detlef Zühlke zwei prominente, aber scheinbar unvereinbare Protagonisten der Szene zusammengebracht: Auf der einen Seite der Autor der Illusion 4.0, Prof. Syska, und auf der anderen Seite einer der Vertreter der Smart Factory.

Die Unvereinbarkeit relativierte sich aber schon recht bald, als selbst Prof. Zühlke gestand, dem Begriff gegenüber eine differenzierte Einstellung zu haben. Zum einen sei Industrie 4.0 hilfreich für die Aufmerksamkeit, zum anderen hätten fehlende Begriffsklärungen mittlerweile aber zu einer Inflation 4.0 geführt. Die wichtigste doppelte Botschaft war dann: Die vernetzte Smarte Fabrik und damit auch Mehrwerte wie Individualisierung und agile, flexible Produktionsstrukturen durch Plug-and-Play-Bausteine machen wir richtig gut, aber damit ist nicht klar, ob wir damit auch das Richtige machen. Prof. Syska zitierte Prof. Schuh: „Die größte Gefahr für einen Produzenten mit Fabrik ist ein Produzent ohne Fabrik.“ Netzwerke, flüchtige Kooperationen, Maker Werkstätten, 3D-Drucker … die „Fabrik“ von morgen ist nicht mehr die Fabrik von heute. Wo Syska vor allem Effizienz und Flexibilität, aber weniger neue Geschäftsmodelle sieht, verweist Prof. Zühlke auf die Smarte Factory als Grundlage für neue Geschäftsmodelle.

Beide sind sich auf jeden Fall einig in der Notwendigkeit einer Humanzentrierung und der gesellschaftlichen Relevanz des Wandels. Zudem sehen beide die USA als wichtigen Wettbewerber, insbesondere durch die höhere Marktorientierung in den USA. Auf dieser Basis sollte der Dialog fortgesetzt werden, nicht zuletzt auch auf der Hannover Messe. Dass Prof. Syska ein Netzwerk plant, um das Thema im größeren Rahmen zu denken, ist sicherlich dafür auch ein begrüßenswerter Ansatz.

* Winfried Felser ist Gründer der Competence Site und Geschäftsführer der Netskill Solutions GmbH in 50677 Köln

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