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Speziallangstahl

Schmolz+Bickenbach rutscht tief in die roten Zahlen

| Autor: Stéphane Itasse

Produkte von Schmolz+Bickenbach waren 2015 weniger gefragt als im Vorjahr.
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Produkte von Schmolz+Bickenbach waren 2015 weniger gefragt als im Vorjahr. (Bild: Schmolz+Bickenbach)

Der Schweizer Anbieter von Speziallangstahl Schmolz+Bickenbach AG, Luzern, weist für das Geschäftsjahr 2015 einen Konzernverlust von 166,8 Mio. Euro aus nach einem Konzerngewinn von 50 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Grund waren niedrigere Umsatzerlöse, eine tiefere Bruttomarge und Verluste aus der Veräußerung von Geschäftsbereichen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilt.

Das Ergebnis nach Steuern aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen betrug –35,4 Mio. Euro nach 52 Mio. Euro im Jahr 2014. Der Umsatz erreichte 2,68 Mrd. Euro, was einem Rückgang um 6,6 % im Vergleich zu den im Vorjahr erzielten EUR 2,87 Mrd. entspricht.

Schwacher Stahlmarkt setzt Schmolz+Bickenbach von mehreren Seiten unter Druck

Der niedrigere Umsatz war bedingt durch das sich vor allem im Laufe der zweiten Jahreshälfte abschwächende Marktumfeld, wie es heißt. Daraus resultierten geringer als erwartete Absatzmengen von 1763 kt, 3,6 % weniger als im Vorjahr (1829 kt). Zusätzlich habe Druck auf die Schrott- und Basispreise sowie ein deutlicher Rückgang bei den Legierungsmetallpreisen zu den niedrigeren Umsatzerlösen geführt. Während sich die Absatzmengen in den ersten sechs Monaten noch gut behaupteten, war laut Schmolz+Bickenbach in der zweiten Jahreshälfte ein plötzlicher und starker Druck auf Mengen und Preise zu verspüren.

Alle Regionen hatten auf Jahresbasis niedrigere Umsatzerlöse hinzunehmen, mit Ausnahme der Region Asien/ Afrika/Australien, welche von einer tiefen Basis aus 9 % zulegte. Das Wachstum in dieser Region wurde von Indien und Südkorea getrieben. In Europa fiel der Umsatz um 8,2 % während Amerika um 4,0 % niedrigere Umsatzerlöse verzeichnete. In Amerika konnte eine günstige Entwicklung der Wechselkurse den durch tiefere Umsatzvolumen verursachten Rückgang zum Teil wettmachen.

Alle Produktgruppen waren von rückläufigen Absatzmengen und Umsatzerlösen betroffen. Dennoch gelang es Schmolz+Bickenbach, den Anteil an Produkten mit höheren Margen aus den Gruppen Werkzeug- und RSH-Stahl am Gesamtumsatz zu steigern. Diese beiden Gruppen trugen mit 15,6 % beziehungsweise mit 38,0 % zu den gesamten Umsatzerlösen bei. Die Produktgruppe Edelbaustahl, welche niedrigere Margen als die beiden anderen Bereiche erwirtschaftet, trug mit 43,5 % weniger zum Gruppenumsatz bei als mit 45,1 % im Vorjahr.

Schmolz+Bickenbach erlebt vor allem bei Kunden aus der Öl- und Gasbranche Rückgänge

Die drei wichtigsten Abnehmerindustrien Automobil, Maschinen- und Anlagenbau und Öl & Gas entwickelten sich unterschiedlich. Automobil zeigte robustes Wachstum, während der Maschinen- und Anlagebau stabil blieb. Im Gegensatz dazu neigte der Öl- & Gassektor im Zuge stark nachgebender Ölpreise und den damit verbundenen Investitionskürzungen zu ausgeprägter Schwäche. Zum Jahresende 2015 hin sanken die Auslieferungen an Kunden aus der Öl- & Gasindustrie von einem bereits tiefen Stand weiter.

Der im Laufe des Jahres gestiegene Druck auf die Basispreise führte zu einer niedrigeren Bruttomarge von 36,3 % im Vergleich zu 37,1 % im Vorjahr. Dies obwohl sich der Produktmix verbesserte und die Kosten für die Ausgangsmaterialien sanken, wie es heißt. Obwohl das Management rasche und umfangreiche Maßnahmen ergriffen habe, um der Marktschwäche entgegenzutreten, konnte diese ungünstige Entwicklung nur zum Teil aufgefangen werden.

Demzufolge reduzierte sich laut Mitteilung das EBITDA auf 159 Mio. Euro, was einem Rückgang um 35,5 % von den 246,6 Mio. Euro im Vorjahr gleichkommt. Die entsprechende EBITDA-Marge sank auf 5,9 % von 8,6 % im Jahr 2014. Um Einmaleffekte angepasst, welche die Folge von Restrukturierungsmaßnahmen und Initiativen zur Strategieumsetzung waren, fiel das bereinigte EBITDA 33,9 % auf 169,9 Mio. Euro. Im Vorjahr betrug das bereinigte EBITDA 256,6 Mio. Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge liegt bei 6,3 % nach 8,9 % im Jahr 2014.

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