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ZVEI

Moderates Wachstum in der Elektroindustrie

| Autor: Stefanie Michel

Dr. Klaus Mittelbach: „Wer Industrie 4.0 verstehen will, kommt an Deutschland nicht vorbei.“
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Dr. Klaus Mittelbach: „Wer Industrie 4.0 verstehen will, kommt an Deutschland nicht vorbei.“ (Bild: Stefanie Michel)

Trotz aller weltweiten Unsicherheiten ist die Elektroindustrie auf moderatem Wachstumskurs. Man erwartet 2016 ein Umsatzwachstum von 2 % und nimmt damit Kurs auf den Rekord-Umsatz von 182 Mrd. Euro im Jahr 2008.

Robustes Wachstum in der Weltwirtschaft gibt es nicht mehr, statt dessen schwache Schwellenländer sowie Probleme in China, Brasilien und Rußland. Dem gegenüber steht eine Art Re-Industrialisierung in Großbritannien und USA. Dies spürt auch die Elektroindustrie, wie ZVEI- Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann bei der Vorstellung der Umsatz- und Produktionszahlen für 2015 betonte.

Von Januar bis November 2015 wuchs die preisbereinigte Produktion um 0,6 % im Vergleich zum Vorjahr, der Umsatz stieg allerdings um 3,7 %. Im gesamten Jahr sollte sich der Branchenumsatz auf knapp 178 Mrd. Euro belaufen haben, also um über 6 Mrd. Euro gewachsen sein. Wachstumstreiber die Exporte, die sich zwischen Januar und November um 7,1 % erhöhten. Dabei nahmen die Ausfuhren in die Industrieländer (+ 7,5 %) stärker zu als in die Schwellenländer (+6,1 %). Besonders erfreulich: die Elektroexporte in die USA zogen um 16,2 % , die nach Großbritannien um 11,2 % an.

China: Gute Aussichten für die Zukunft

China hingegen übertraf das Vorjahresniveau lediglich um 0,5 %, sodass es im Abnehmer-Ranking wieder auf Platz 2 hinter die USA zurückfiel. Laut Gontermann hatten sich allerdings die deutschen Elektroausfuhren nach China zwischen 2000 und 2014 versechsfacht und es traten bereits in der Vergangenheit Schwankungen aus. Der ZVEI zeigt sich also wenig beeindruckt von der Entwicklung in China, denn nur 5 % seiner Mitglieder erwarten hier einen Rückgang. Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, sieht sogar weiteres Potenzial, gerade außerhalb der Metropolen, wenn man sich auf „andere Arten von Geschäften“ einstellen kann. Mittelbach: „Wenn wir weiterhin unsere Arbeit so gut machen wie bisher, sehe ich gute Aussichten für die Zukunft.“

Um weiterhin auf dem Weltmarkt erfolgreich zu sein, muss die deutsche Elektroindustrie innovativ bleiben. Doch gerade in der Innovationsförderung sieht der ZVEI deutlich Nachholbedarf und fordert die Politik zum Handeln auf. „Wir brauchen endlich die steuerliche Forschungsförderung, und zwar größenunabhängig für alle Unternehmen“, so Mittelbach. Dann könne jeder selbst entscheiden, in welchen Bereichen er forschen will und ist nicht auf staatliche Forschungsprogramme angewiesen. Dennoch weist die deutsche Elektroindustrie auch 2015 wieder hohe Innovationsaufwendungen aus, davon 15,5 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung sowie 2 Mrd. Euro für Aus- und Weiterbildung. So ist es nicht verwunderlich, dass die Unternehmen der Branche ein Drittel ihrer Erlöse mit Produkten erzielen, die nicht älter als drei Jahre sind.

Zum ZVEI-Konjunkturbarometer (Januar 2016)

ZVEI spielt zentrale Rolle bei Industrie 4.0

Die Aussichten für 2016 sind überwiegend positiv. Zum einen zeigte eine Konjunkturumfrage vom November 2015: Die meisten Elektrounternehmen blicken leicht optimistisch in die nahe Zukunft. Gontermann: „Wir gehen davon aus, dass die preisbereinigte Produktion der Branche 2016 um 1 % zunehmen wird.“ Der Umsatz soll um 2 % steigen.

Zum anderen sieht Dr. Klaus Mittelbach, die Elektroindustrie für die zukünftigen Aufgaben und Trends gut gerüstet. Bei der Digitalisierung habe man wichtige Meilensteine erreicht, dass Industrie 4.0 zur Umsetzung kommen kann. Man habe maßgeblich das Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0 (RAMI 4.0) und die Industrie-4.0-Komponente entwickelt und werde daran auch 2016 weiterarbeiten. Mittelbach: „Wer Industrie 4.0 verstehen will, kommt an Deutschland nicht vorbei.“ Für 2016 ist dem ZVEI wichtig, dass die Agenda in diesem Bereich offen bearbeitet wird und nicht in geschlossenen Plattformen und Konsortien. Deshalb sucht man auch die konsequente Zusammenarbeit mit anderen, wie beispielsweise dem IIC oder dem VDMA. Mittelbach ist sich sicher, dass der ZVEI für Industrie 4.0 schon viel geleistet hat – das war bereits auf der SPS IPC Drives zu sehen – und den Schwung mit auf die Hannover-Messe 2016 mitnehmen will.

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