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Elektrische Antriebe

Ökologische Schifffahrt: finnische Elektrofähre

| Redakteur: Linda Kuhn

Weiterer Schritt auf dem Weg zur ökologischen Schifffahrt: Die erste batteriebetriebene Autofähre Finnlands soll im Sommer 2017 in Betrieb gehen.
Weiterer Schritt auf dem Weg zur ökologischen Schifffahrt: Die erste batteriebetriebene Autofähre Finnlands soll im Sommer 2017 in Betrieb gehen. (Bild: Siemens)

Finnland geht einen Schritt in Richtung emissionsfreie Schifffahrt und setzt im kommenden Jahr die erste batteriebetriebene Autofähre ein. Die komplette elektrotechnische Lösung dafür soll Siemens liefern.

Mit der ersten Elektrofähre im Land liefert Finnland einen Beitrag zum Umweltschutz. Die batteriebetriebene Fähre soll rund 90 m lang und 16 m breit sein und maximal 90 Autos transportieren können. Der Einsatz des Schiffs auf der 1,6 km langen Strecke zwischen Nauvo und Parainen im Schärengebiet Turku soll im Sommer 2017 beginnen. Ausgerüstet wird die Fähre mit dem elektrischen Antriebssystem Bluedrive Plus C von Siemens, das ein Energiespeichersystem sowie drehzahlveränderbare Antriebstechnik für die Propeller und ein integriertes Warn- und Beobachtungssystem umfasst.

Ausgehend von den positiven Erfahrungen mit der ersten batteriebetriebenen Autofähre der Welt, der norwegischen „Ampere“, hat Siemens nun auch für Finnlands emissionsfreie Fähre eine geeignete technische Lösung maßgeschneidert. Die Ampere ist im Mai 2015 in Norwegen in Dienst gestellt worden und hat dem Vernehmen nach seither eine Strecke zurückgelegt, die mehr als der eineinhalbfachen Länge des Äquators entspricht. Die Fähre verbraucht nach Angaben des Schiffseigners Norled lediglich 150 Kilowattstunden pro Strecke. Mit der Umstellung von Dieselantrieb auf Batterie konnte der Schiffseigner die Treibstoffkosten um 60 % senken.

Das Energiespeichersystem der finnischen Fähre wird jeweils am Abfahrts- und Ankunftshafen geladen, wo ein Landanschluss an das örtliche Netz besteht. Wegen der rauen Winterbedingungen in Finnland besteht die Möglichkeit, dass die Fähre einen Dieselmotor als zusätzlichen Antrieb für die Bordbatterien einsetzt, wenn sie auf ihrer Fahrt durch Eis fahren muss. Dann wird die Fähre als Plug-in-Hybrid – auch Steckdosenhybrid genannt – betrieben.

Vorteile des elektrischen Antriebs

Herzstück des Antriebssystems Bluedrive Plus C ist der drehzahlveränderbare Generatorensatz (Gen-Set). Die Generatoren bieten die notwendige Spannung über einen breiten Frequenzbereich. Mit Bluedrive Plus C werden sowohl die Leistung der Dieselmotoren als auch die Schiffsgeschwindigkeit an die jeweiligen Betriebssituationen angepasst. Im Offshorebetrieb zum Beispiel gelten spezielle Anforderungen wie große Wendigkeit beim Anlegen, Verringern der Fahrgeschwindigkeit und dynamische Positionierung. Die Verminderung der Motorendrehzahl auf ein Minimum trägt dazu bei, die Motorenbelastung, das Vibrationsniveau und den Lärmpegel zu senken und damit Reparaturanfälligkeit und Wartungskosten zu reduzieren.

Die komplette elektrotechnische Lösung umfasst auch die Fernüberwachung Ecomain. Siemens liefert außerdem eine WLAN-Lösung für die Ladestationen an Land. Diese sorgt für eine automatische Schnellladung und wird vom Energiemanagementsystem der Fähre aus gesteuert.

„Batteriebetriebene Fähren bieten eine großartige neue Möglichkeit für einen nachhaltigen, effizienten und zuverlässigen Seeverkehr“, sagt Dr. Jürgen Brandes, CEO der Siemens-Division Process Industries and Drives.

Mit Bluedrive Plus C profitiert die finnische Schifffahrtsgesellschaft Finferries von niedrigeren Betriebskosten, Einsparungen bei Wartungs- und Reparaturkosten, einer verbesserten Steuerung und Sicherheit durch die beiden Energiemanagement- und Strahlrudersteuerungsanlagen.

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