Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Additive Fertigung

Reversibler 3D-Druck

| Redakteur: Beate Christmann

Schreiben und löschen: Wissenschaftler aus Karlsruhe haben nach eigenem Bekunden eine Tinte für den 3D-Druck entwickelt haben, deren Bindungsverknüpfungen reversibel sind – Bausteine ließen sich durch das Eintunken in eine Lösungschemikalie wieder voreinander trennen, das Gedruckte wird gelöscht.
Schreiben und löschen: Wissenschaftler aus Karlsruhe haben nach eigenem Bekunden eine Tinte für den 3D-Druck entwickelt haben, deren Bindungsverknüpfungen reversibel sind – Bausteine ließen sich durch das Eintunken in eine Lösungschemikalie wieder voreinander trennen, das Gedruckte wird gelöscht. (Bild: KIT)

Firma zum Thema

Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben nach eigenem Bekunden eine Tinte für den 3D-Druck entwickelt, die löschbar ist. Durch eine reversible Bindungsverknüpfung, deren Bausteine sich wieder voneinander trennen lassen, soll es möglich sein, bereits Gedrucktes einfach wegzuwischen und an gleicher Stelle erneut zu schreiben.

Aus der Schulzeit ist das den meisten noch bekannt: Durch einen Tintenlöschstift lassen sich an Texten, die mit blauer Tinte geschrieben wurden, nachträglich Korrekturen vornehmen. Das soll so ähnlich auch beim 3D-Druck möglich werden: Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie haben nach eigenem Bekunden ein Verfahren entwickelt, durch das sich 3D-Tinte für Drucker wieder „wegwischen lässt“. Die bis zu 100 nm kleinen Strukturen sollen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben lassen. Ihre Ergebnisse stellen die Physiker nun in der Fachzeitschrift Angewante Chemie vor.

Tinte mit reversibler Bindungsverknüpfung

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. Die Forscher des KIT geben nun an, eine Tinte mit einer reversiblen Bindungsverknüpfung entwickelt zu haben, deren Bausteine sich wieder voneinander trennen lassen: Das Gedruckte wird einfach gelöscht, indem es in eine Lösungschemikalie getaucht wird. An der gelöschten Stelle soll wiederum erneut geschrieben werden können, so dass die Struktur mehrfach verändert werden kann. Das Verfahren entstand in enger Kooperation mit der Gruppe von Prof. Martin Wegener am Institut für angewandte Physik und am Institut für Nanotechnologie am KIT.

„Vielfalt an Anwendungen“

„Die Tinte mit Sollbruchstellen bietet eine Vielfalt an Anwendungen“, ist sich Doktorand und Erstautor Markus Zieger sicher. Mit löschbarer Tinte geschriebene Formen lassen sich seiner Ansicht nach in Strukturen aus nicht-löschbarer Tinte integrieren: So wird es möglich, beim dreidimensionalen Druck Stützkonstruktionen – ähnlich wie beim Brückenbau – herzustellen und sie im weiteren Fertigungsprozess wieder zu entfernen. Für die Biologie ließen sich 3D-Designer-Petrischalen weiterentwickeln, die jüngst ebenfalls am KIT entworfen wurden, um Zellkulturen im Labor in passgerechter Raumstruktur wachsen zu lassen. „Man könnte während des Zellwachstums Teile des dreidimensionalen Mikrogerüstes wieder entfernen, um zu untersuchen, wie die Zellen auf die veränderte Umgebung reagieren“, erläutert wiederum Wegener. Denkbar sei es auch, künftig mit Hilfe löschbar geschriebener, leitender Strukturen reversible Drahtbindungen als elektronische Bauteile herzustellen, so der Wissenschaftler. Durch das Mischen einer permanenten und einer nichtpermanenten Tinte ließen sich zudem die Eigenschaften des gedruckten Materials beeinflussen und es zum Beispiel mehr oder weniger porös machen.

Veröffentlichung in Fachzeitschrift

Die beteiligten Wissenschaftler stellen das neue Verfahren unter dem Titel „Cleaving Direct Laser Written Microstructures on Demand“ erstmals in der renommierten Fachzeitschrift Angewandte Chemie vor. Die Gutachter haben die Veröffentlichung als Very Important Paper eingestuft und hervorgehoben.

Werkstücke nach dem Druck per Hand anpassen

Cebit 2017

Werkstücke nach dem Druck per Hand anpassen

10.03.17 - Mitarbeiter der Uni des Saarlandes legen nun mit ihrem Hotflex-Verfahren Hand an additiv gedruckte Objekte. Die Technik erlaubt ein Verformen der gedruckten Struktur. Auch auf Berührungen soll das Objekt damit reagieren können. lesen

Simulationssoftware für sicherere Ergebnisse

3D-Metalldruck

Simulationssoftware für sicherere Ergebnisse

01.06.17 - Simufact Engineering hat seine Simulationslösung für den 3D-Metalldruck erweitert. Simufact Additive 2 bietet mehr Funktionen für Pulverbett-Schmelzverfahren, um die Prozesssicherheit in der Additiven Fertigung zu erhöhen. lesen

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44659757 / Additive Fertigung)