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VDW

Deutsche Werkzeugmaschinenexporte wachsen trotz Einbruch in China

| Autor: Stéphane Itasse

Die deutschen Werkzeugmaschinenhersteller konnten 2015 ihre Ausfuhren erhöhen, obwohl der wichtigste Markt China schrumpfte.
Die deutschen Werkzeugmaschinenhersteller konnten 2015 ihre Ausfuhren erhöhen, obwohl der wichtigste Markt China schrumpfte. (Bild: Hermle)

Die deutschen Werkzeugmaschinenexporte sind 2015 um 4 % gestiegen. Mit 9,4 Mrd. Euro blieben die Exporte nur knapp unter dem Bestwert von 2012 mit 9,56 Mrd. Euro, wie der Verband Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilt.

Im internationalen Vergleich liegt der deutsche Exportanstieg gleichauf mit der Weltentwicklung. Nach Japan wurde Deutschland mit einem Abstand von 180 Mio. Euro ein weiteres Mal Exportvizeweltmeister. „Bei einem Exportanteil von fast 70 % ist der Weltmarkt das wichtigste Feld für den Geschäftserfolg der Branche. Und da haben wir uns auch im vergangenen Jahr wieder sehr gut behauptet“, kommentiert VDW-Geschäftsführer Dr. Wilfried Schäfer das Ausfuhrergebnis.

Deutsche Werkzeugmaschinen in Mexiko stark gefragt

Shootingstar bei den Märkten war Mexiko. Das Land steht laut VDW-Mitteilung auf Platz 7 der größten Automobilproduzenten weltweit mit einem Ausstoß von mehr als 3,6 Mio. Fahrzeugen 2015. Vor allem die Zulieferer wollen weiter massiv investieren, ebenso wie die Luftfahrtindustrie, wie es heißt. Entsprechend hoch ist der Bedarf an Werkzeugmaschinen. Mit einem Anstieg um 70 % positionierte sich das Land nunmehr als viertgrößter Markt für deutsche Werkzeugmaschinen. „Deshalb freuen wir uns, dass sich die deutschen Werkzeugmaschinenhersteller auf einer deutschen Branchenleistungsschau mit dem Titel „German Hightech in Metal Working“ vom 12. bis 15. April 2016 in León präsentieren werden“, sagte Schäfer (wir berichteten).

Die größten Impulse für die deutschen Ausfuhren im vergangenen Jahr kamen laut VDW generell aus Nord- und Mittelamerika. Der zweitgrößte Werkzeugmaschinenmarkt USA steht für ein Zehntel der Exporte und wuchs um 7 %. In der Breite verlief das Geschäft jedoch eher zurückhaltend. Die Automobilindustrie investierte hingegen durchgehend weiter in ihre Projekte.

Werkzeugmaschinenmarkt Italien erlebt Comeback

Stützende Effekte für den deutschen Außenhandel kamen auch aus Europa. Vor allem Italien glänzte, gestützt durch verschiedene Maßnahmen zur Investitionsförderung. Die deutschen Exporte stiegen um ein Drittel. Mit knapp 5 % Anteil ist Italien drittgrößter Exportmarkt. Frankreich und Großbritannien bewegen sich zwischen Stagnation und leichtem Plus.

Hingegen bracht das Geschäft mit Russland ein. Die Exporte gingen um ein Viertel zurück. Dennoch belegt das Land Platz 5 im Ranking. Der drastische Rückgang des Auftragseingangs, drei Viertel in den vergangenen beiden Jahren, wird das Exportgeschäft aber weiter stark belasten, wie der VDW erwartet.

Auch Asien zeigte Bremsspuren, ausgelöst durch die Schwäche Chinas. Dennoch bleibt nach Verbandsangaben die Volksrepublik mit einem Exportanteil von 22 % der mit Abstand führende Markt. Der Umbruchprozess in der chinesischen Wirtschaft ist mit einem Minus von 9 % jedoch unverkennbar. Andere asiatische Länder wie Südkorea, Indien und Japan können mit zweistelligen Zuwachsraten den Rückgang im Asiengeschäft etwas ausgleichen.

VDW erwartet 2016 weiter wachsende Werkzeugmaschinenexporte

Für das laufende Jahr erwartet der VDW erneut einen leichten Anstieg der Ausfuhren. Schrittmacher ist Europa, allen voran Großbritannien, Spanien, Frankreich, Österreich und Italien. Auch Mexiko bleibt weiter auf der Überholspur. „Für die deutschen Hersteller kommt es nun darauf an, den Rückgang in China und Russland zu kompensieren“, sagte Schäfer. Potenzial sieht er neben Mexiko in den Asean-Ländern und im Iran.

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