Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Digitalisierung bereitet Weg zu Industrie 4.0

Siemens will Anwendern helfen, Effizienz und Flexibilität zu steigern

| Redakteur: Reinhold Schäfer

Auf der Hannover Messe 2017 will Siemens zeigen, wie Industriebetriebe jeder Größe vom digitalen Wandel profitieren können. Im Mittelpunkt des 3500 m² großen Messestands in Halle 9 steht das unter dem Thema „Digital Enterprise“ weiter ausgebaute Angebot für das das durchgängig digital arbeitende Unternehmen.
Bildergalerie: 3 Bilder
Auf der Hannover Messe 2017 will Siemens zeigen, wie Industriebetriebe jeder Größe vom digitalen Wandel profitieren können. Im Mittelpunkt des 3500 m² großen Messestands in Halle 9 steht das unter dem Thema „Digital Enterprise“ weiter ausgebaute Angebot für das das durchgängig digital arbeitende Unternehmen. (Bild: www.siemens.com/press)

Auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der Hannover Messe gab Siemens bekannt, sein Angebot zum Digital Enterprise weiter auszubauen. Mit den Produkten sollen die Anwender ihre Effizienz und Flexibilität messbar steigern können.

Auf dem Siemens-Stand der Hannover Messe soll gezeigt werden, wie Industriebetriebe jeder Größe vom digitalen Wandel profitieren können.

Standleiter Eckard Eberle ist überzeugt: „Die Hälfte aller Besucher der Hannover Messe wird auf unserem Stand, der mit 3500 m² der größte auf der Messe sein wird, vorbeikommen.“ Man werde dort konkrete Anwendungen zum Thema Digital Value zeigen. Im Fokus sei jedoch die Cloud- Applikation Mindsphere. „Darauf ist alles ausgerichtet. Wir zeigen dort auch konkrete pharmazeutische Anwendungen“, so Eberle. Nicht zu vergessen sei das Thema Energie, von dem Siemens ja herkomme.

„Dank unserer integrierten Lösungen zur digitalen Energieverteilung können sich unsere Kunden voll auf ihre Kerngeschäfte konzentrieren“, sagt Beatrix Natter, bei Siemens Energy Management CEO der Business Unit Transformers. „Wir ermöglichen unseren Kunden sich ein eigenes Energiemanagementsystem aufzubauen und so von den Möglichkeiten des Energiemarkts zu profitieren.“

Dr. Jan Mrosik, CEO der Division Digital Factory von Siemens mahnt: „Die Digitalisierung verändert alles. Sie beinhaltet für all diejenigen, die dies nicht rechtzeitig erkennen, ein großes Risiko“. Die Herausforderung sei, dass die Produkte immer schneller auf den Markt gebracht werden müssten, denn nur derjenige, der zuerst auf den Markt komme, könne diesen Vorteil nutzen. „Nur Unternehmen, die ihre Prozesse ganzheitlich digitalisieren, werden wettbewerbsfähig bleiben“, erklärt Mrosik.

Er gibt dazu zwei Beispiele: „Ein modernes Oberklasseauto bietet nicht selten eine Mio. Konfigurationsmöglichkeiten und ein moderner Turnschuh kann mittlerweile ganz nach den Vorgaben und den Maßen des Kunden individuell nach Kundenwunsch gefertigt werden.“

Mit geringem Aufwand steigern Unternehmen die Leistung und Verfügbarkeit ihrer Anlagen nochmals deutlich: Angeschlossen an Mindsphere lassen sich enorme Datenmengen schnell und effizient auswerten und Schwachstellen aufdecken. Durch neue Schnittstellen, Apps sowie Partnerschaften beispielsweise mit Bluvision sowie die Nutzung der Cloud-Infrastruktur und Dienste von Amazon Web Services treibt Siemens den Ausbau des Ecosystems rund um die Mindsphere weiter voran. Besucher des Siemens-Standes erleben dies in der „Mindsphere-Lounge“ in einer besonderen Atmosphäre. Mit der nun offen gelegten „Northbound-API“lassen sich Mind-Apps, Applikationen von Siemens, und Applikationen von Partnern schneller einbinden. Auf dem Siemens-Stand werden eine Vielzahl neuer Apps gezeigt, aber auch Neuerungen für die bestehenden Apps Fleet Manager und Visual Analyzer. Um den herstellerunabhängigen Anschluss von Assets zu erleichtern, ist eine South-Bound-API für weitere Protokolle in Vorbereitung.

Zu den vielen Innovationen für die diskrete Fertigung gehört eine erweiterte Version des Engineering-Frameworks TIA-Portal V14, die sich durch Offenheit zu anderen Systemen auszeichnet. Mit neuen Basic-Industrie-PC in Box- und Panel-Format setzen Serienmaschinenbauer, Distributoren und Systemintegratoren kostengünstig Automatisierungsanwendungen um. Sie eignen sich besonders für HMI(Human-Machine-Interface)-Anwendungen, Montagearbeitsplätze, Lager und Logistik, zum Datensammeln sowie zur Fertigungsvernetzung und einfachen Bildverarbeitung.

Zudem zeigt Siemens ein Antriebssystem aus Sinamics S210 und Simotics S-1FK2-Motoren, das die Projektierung im Maschinenbau vereinfacht. Ein weiterer Messe-Schwerpunkt ist Additive Manufacturing. Der Showcase „Additive Manufacturing“ soll zeigen, wie ein komplettes Angebot an Software- und Automatisierungslösungen die additive Fertigung industrietauglich macht.

Branchenspezifische Lösungen für die Prozessindustrie

In der Prozessindustrie spielen Bestandsanlagen mit langen Laufzeiten und unterschiedlichen Systemen und Komponenten eine wesentliche Rolle. „Um die Chancen der Digitalisierung für bestehende Anlagen zu nutzen, sind offene Standards, leistungsfähige Kommunikationsnetze und integrierte Automatisierungs- und Antriebstechnologien von großer Bedeutung“, erklärt Jürgen Brandes, CEO der Division Process Industries and Drives. „Zudem ist es wichtig, den digitalen Zwilling einer Anlage oder ihrer Teilgewerke effizient aufbauen zu können und aktuell zu halten. Hier setzen wir unter anderem auch auf Partnerschaften wie die Kooperation mit Bentley Systems, die es unseren Kunden ermöglicht, realitätsgetreue 3D-Modelle in unser Engineering-System Comos zu integrieren – auch bei bestehenden Anlagen. Betreiber können so durch Simulation und virtuelle Inbetriebnahme Produktivität, Effizienz und Zuverlässigkeit ihrer Anlagen deutlich verbessern.“

Zu den wesentlichen Innovationen auf der Hannover Messe gehört die Version 9 des Prozessleitsystems Simatic PCS 7, das mit dem Engineering-Tool Comos auf Basis einer gemeinsamen Datenplattform arbeitet. Diese Version unterstützt den Industrial Ethernet Standard Profinet mit zwei neuen Peripherie-Linien für eine durchgängige Digitalisierung bis in die Feldebene. Flankiert wird dies durch die Siemens-Expertise für Industrielle Kommunikationsnetzwerke für das Digital Enterprise. Diese werden branchen- und applikationsspezifisch konzeptioniert, geplant und implementiert mit durchgehendem horizontalen und vertikalen Informationsaustausch – von der Feldebene über die Automatisierungs- und Leitebene bis hin zu Mindsphere oder Unternehmens-IT.

Mit dem Sitrans FS230 bringt Siemens die nächste Generation digitaler Clamp-on-Ultraschall-Durchflussmesstechnik auf den Markt. Und das Stromversorgungssystem Sitop PSU8600 sowie die unterbrechungsfreie Stromversorgung Sitop UPS1600 unterstützen nun den offenen Kommunikationsstandard OPC UA. Mit dem Smart Motors Concept präsentiert Siemens eine neue Generation kommunikationsfähiger Antriebstechnologien. Die von integrierten Sensoren erfassten Daten (etwa Temperatur- oder Vibrationsdaten) lassen sich in Cloud-Umgebungen wie Mindsphere schnell und einfach auslesen und analysieren. Dadurch können Anwender sowohl die Effizienz und Anlagenverfügbarkeit erhöhen als auch die Wartung- und Serviceaktivitäten optimieren. Simotics HV C – die neue Reihe kompakter Hochspannungsmotoren – zeichnet sich durch ein innovatives Kühlsystem aus, das die Leistungsdichte und Zuverlässigkeit erhöht. Und die neue Generation des Sinamics Perfect Harmony GH180 ist durch den Einsatz eines neuen Designs der Leiterplattenzellen um 20 % schmaler als vergleichbare Umrichter.

Ausgangspunkt der Portfolio-Entwicklung sind dabei stets die individuellen und branchenspezifischen Anforderungen der Kunden. So veranschaulicht der Messe-Showcase zur pharmazeutischen Industrie, wie Unternehmen dieser Branche ihren Produktionsprozess nachhaltig optimieren und flexibilisieren können – bis hin zur Losgröße Eins – bei gleichzeitiger Einhaltung der komplexen Regularien hinsichtlich Qualität und Sicherheit.

Integrierte Lösungen zur digitalen Energieverteilung

Energiesysteme ändern sich weltweit, so auch die Anforderungen an die elektrische Energieverteilung in Industrieanlagen. Einflussfaktoren sind veränderte Lastverhältnisse, eine wachsende Zahl von elektrischen Verbrauchern und die zunehmende Vernetzung und Automatisierung in den Industrien, Gebäuden und der Infrastruktur. Hinzu kommen strengere Normen und erhöhte Anforderungen an das betriebliche Energiemanagement. Die Folgen: Planung und Betrieb der elektrischen Energieverteilung werden komplexer und die technischen Anforderungen an die zugrundeliegenden Systeme und Produkte steigen – insbesondere im Hinblick auf deren Flexibilität sowie Kommunikations- und Integrationsfähigkeit. Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Komponenten sind für Industrieunternehmen entscheidende Faktoren.

Mit Totally Integrated Power zeige Siemens in Hannover die Einbindung von Systemen und Geräten der elektrischen Energieverteilung in automatisierten Produktionsumgebungen, die alle Phasen im Wertschöpfungsprozess betreffen: das automatisierte Engineering, die ausfallsichere Stromversorgung, die Integration in ganzheitliche Energieeffizienzkonzepte, die Einbindung in die industrielle Automatisierung sowie die Anbindung an Cloud-Plattformen.

„Dank unserer integrierten Lösungen zur digitalen Energieverteilung können sich unsere Kunden voll auf ihre Kerngeschäfte konzentrieren“, sagt Beatrix Natter, „Wir ermöglichen unseren Kunden sich ein eigenes Energiemanagementsystem aufzubauen und so von den Möglichkeiten des Energiemarkts zu profitieren.„

Konkret zeigt Siemens auf der Messe anhand einer Produktionsmaschine die elektrotechnische Planung eines Schaltschranks auf Basis eines „digitalen Zwillings“, bestückt mit vollständig im TIA-Portal eingebundenen Komponenten zur automatisiert gesteuerten Produktion sowie zur Erfassung von Energie- und Anlagendaten und deren Anbindung an Mindsphere.

Weiter zeigt das Unternehmen mit der Niederspannungs-Schaltanlage Sivacon S8 ein weiteres Beispiel digitaler Energieverteilung. Über eine Software lassen sich kommunikationsfähige Schaltgeräte und Motorsteuerungen bedienen und beobachten. Die Daten stehen für übergeordnete Automatisierungs-, Energiemanagementsysteme oder für Cloud-basierte Analysesysteme zur Verfügung.

Zusätzlich zum Hauptstand in Halle 9 präsentiert Siemens sein Angebot im Bereich der PLM-Software in Halle 6, in enger Kooperation mit seinen Partnern. In Halle 24 sind reale Kundenapplikationen aus verschiedensten Branchen mit Getrieben und Kupplungen aus der Produktfamilie Flender zu sehen. Vorgestellt wird eine weiterentwickelte Baureihe im Bereich der drehstarren Ganzstahl-Lamellenkupplungen: die N-Arpex-Kupplung mit verbesserten Leistungsdaten.

Siemens AG, Hannover Messe 2017: Halle 9, Stand D35

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44574605 / Fertigungsautomatisierung / Prozessautomatisierung)