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Standort Singapur

Singapur wird Versuchsfeld für erneuerbare Energien

| Autor / Redakteur: Dr. rer. nat. Thomas Dr. Isenburg / Stéphane Itasse

Singapur zeigt bereits, was in den Megastädten passieren muss, damit genug Energie und Wasser für eine wachsende Weltbevölkerung zur Verfügung stehen.
Singapur zeigt bereits, was in den Megastädten passieren muss, damit genug Energie und Wasser für eine wachsende Weltbevölkerung zur Verfügung stehen. (Bild: EDB Singapore)

Mit einer etwa 50-mal intensiveren Sonneneinstrahlung als Deutschland oder Japan nutzt Singapur einen natürlichen Vorteil, um sich eine hohe Kompetenz bei der Solarenergie aufzubauen. Denn gerade bei den erneuerbaren Energien will der Stadtstaat punkten.

Hierzu wurde in Singapur der Begriff „Living Lab“ geprägt. Daher können Unternehmen die Stadt als Versuchsfeld für ihre Aktivitäten bei der Implementierung von erneuerbaren Energien nutzen, bevor sie in die Region exportiert werden. Dies ist in dem südostasiatischen Land eine Notwendigkeit, denn der kleine Stadtstaat muss seinen Mangel an Fläche sowie natürlichen Ressourcen, wie beispielsweise Trinkwasser, ausgleichen. Seit 2014 hat die Regierung in Singapur mehr als 467 Mio. Euro an öffentlichen Forschungsgeldern für Energie, Wasser, nachhaltiges Bauen und die Bewältigung der Landknappheit ausgegeben.

Auch bestehen seit Jahrzehnten Partnerschaften zwischen den öffentlichen Einrichtungen und der Industrie, die für Singapurs Nachhaltigkeitsagenden eine Rolle spielen. Zudem besitzt das asiatische Land eine breite Produktions- sowie Innovationsbasis bei der Halbleiterindustrie.

Dies strahlt schon jetzt auf die Region aus, denn Singapur ist ein Ausbildungszentrum für Bürgermeister aus ganz Asien geworden – damit diese ein besseres Gefühl für ihre bald vor Menschen explodierenden Städte entwickeln. Der Aufbau von Kompetenzen erstreckt sich in dem Stadtstaat über die Finanzierung auf viele Aspekte der erneuerbaren Energien und nachhaltigen Entwicklungen.

Ein wichtiger Ansatz besteht darin, Finanzdienstleister für das Thema zu gewinnen, die Singapur als Sprungbrett für den asiatischen Markt nehmen. Hierzu werden neuartige Finanzierungsmodelle entwickelt. Ein Beispiel findet sich am Punggol-Eco-Tower. Mithilfe eines Leasingprojektes soll eine Photovoltaik-Leistungskapazität von 2 MW erreicht werden. Externe Stromversorgungsverträge bilden ein weiteres Geschäftsmodell, das derzeit als Möglichkeit, energieintensive Branchen wie Reedereien mit Strom zu versorgen, erprobt wird.

Global Player engagieren sich

Klar ist, dass diese günstigen Bedingungen auch Global Player wie Panasonic anziehen, um zum Beispiel im Punggol-Eco-Tower seine „Total Energy Solutions“ zu testen. Bei der Punggol-Eco-Town handelt es sich um eine Siedlung des sozialen Wohnungsbaus, in der demnächst 300.000 Menschen leben werden. Dort testet die Regierung nachhaltiges Wohnen durch effektive Energie-, Wasser- und Abfallwirtschaft.

Das Spektrum umfasst solare Energieversorgung, Aufzüge, die einen Teil der Energie bei Abwärtsbewegungen zurückgewinnen, energieeffiziente Beleuchtung sowie Smart-Grid- und Smart-Meter-Systeme. Ein Testfeld, das Panasonic ausgewählt hat, um seine „Total Energy Solutions“ zu testen und zu vermarkten, einschließlich der Systemintegration verschiedener Komponenten.

Deutsche Mittelständler präsent

Ein Unternehmen, das schon seit einiger Zeit in Singapur aktiv ist, heißt Saferay. Es wurde 2010 von Mitarbeitern, die auch Q-Cells aufgebaut hatten, gegründet und ist in Deutschland, Chile, Mexiko, den USA, Japan, Australien und Singapur aktiv. Das Team beschäftigt sich damit, eigene Stromerzeugungsanlagen auf Photovoltaikbasis aufzubauen und zu finanzieren. Mittlerweile wurden mehr als 800 MW Photovoltaikleistung installiert. Bereits 2013 ging das Unternehmen nach Singapur und begann zunächst in einem Einzimmerbüro mit möglichst niedrigen Kosten. „Inzwischen arbeiten hier 13 Mitarbeiter“, beschreibt Geschäftsführer Dr. Thomas Gnefkow die Entwicklungen. Die ersten Schritte waren die Einrichtung des Unternehmenskontos sowie das Verständnis der relevanten Steuer-, Buchhaltungs- und Rechtsvorschriften. Hierbei hilft das klare und verlässliche wirtschaftliche, rechtliche und politische Umfeld in Singapur. Zudem gab es viel Unterstützung vom Economic Development Board in Singapur.

In dem südostasiatischen Land gibt es einen Photovoltaikcluster, der Synergien ermöglicht. Beispielsweise arbeitet Saferay bei der Projektrealisierung mit lokalen Zulieferern zusammen, die eine schnelle Kommunikation ermöglichen. So bewegen sich alle Akteure in der gleichen, gut funktionierenden Rechtsordnung. Das führt zu mehr Sicherheit bei den Verträgen. Auch gibt es einen guten Zugang zu ausgebildeten Arbeitskräften in Singapur. Hierzu erklärt Gnefkow: „Unsere Mitarbeiter, die hauptsächlich Singapurer chinesischer Abstammung sind, erlauben es uns, unsere Einkäufe in China effizient zu gestalten.“ Neben diesen und anderen positiven Cluster-Effekten ist Singapur eine hervorragende Plattform für Südostasien, meint er weiter.

* Dr. Thomas Isenburg ist Wissenschaftsjournalist in 44629 Herne.

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