VDMA Antriebstechnik

Fachverband Antriebstechnik sieht Wachstum in Gefahr

13.10.2008 | Redakteur: Stéphane Itasse

Robert Schullan, neu gewählter Vorsitzender des VDMA-Fachverbands Antriebstechnik, durfte gleich zum Amtsantritt durchwachsene Aussichten für die Branche bekanntgeben. Bild: VDMA

Die deutsche Antriebstechnik dürfte 2008 ihr bestes Jahr verbuchen, nachdem die Unternehmen schon 2007 einen Rekordumsatz erzielt hatten. Für das kommende Jahr sind die Wachstumsperspektiven allerdings deutlich eingetrübt, wie der VDMA am Montag mitteilt.

Die Branche erreichte 2007 mit 17,8 Mrd. Euro Umsatz ein neues Rekordergebnis, wie der neue Vorsitzende des VDMA-Fachverbands Antriebstechnik, Robert Schullan in Frankfurt am Main sagte. Der deutsche Anteil am weltweiten Umsatz in der Antriebstechnik liege damit weiterhin bei über 26%. „Kaum eine andere Branche erreichte im Welthandel eine solche Dominanz“, erläuterte Schullan, der darin einen Beweis für die hohe Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Antriebstechnik sieht.

Antriebstechnik-Prognose für 2008: Einstelliges Umsatz-Wachstum

Die weitere Entwicklung für 2008 ist allerdings unsicher. Die Folgen des starken Euros, der hohen Energie- und Materialkosten sowie der aktuellen Finanzkrise auf die Branche seien derzeit nur schwer abzuschätzen. Die aktuellen Auftragseingänge sind den Angaben zufolge bereits gegenüber dem sehr guten Vorjahr leicht rückläufig.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor seien Aufträge, die nur vorsichtshalber platziert wurden, um aus Kundensicht die eigene Lieferfähigkeit sicherzustellen. Solche Aufträge würden erfahrungsgemäß bei schwächerer Konjunktur schnell verschoben oder gar storniert.

Aufgrund der derzeit noch guten Umsatzzahlen erwartet Schullan für das Gesamtergebnis 2008 jedoch noch keine gravierenden Auswirkungen. „Die Umsätze in der Antriebstechnik sind preisbereinigt von Januar bis August 2008 um 12% gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum gestiegen, der Auftragseingang zeigt allerdings ein Minus von 1%“, sagte der Fachverbands-Vorsitzende. Für das Jahr 2008 insgesamt geht der VDMA-Fachverband Antriebstechnik von 10% Umsatzsteigerung für die gesamte Branche aus.

2009 erwartet die Antriebstechnik allenfalls geringes Wachstum

Die Stimmung ist angesichts der Unsicherheiten auf den Finanzmärkten, der hohen Energie- und Materialkosten und auch der hohen Lohnforderungen der IG Metall deutlich eingetrübt, heißt es in der VDMA-Mitteilung. Die damit verbundenen Risiken seien schwer kalkulierbar. Insgesamt habe sich die Weltkonjunktur als Frühindikator bereits abgeschwächt.

Die Auftragseingänge aus einigen wichtigen Abnehmerbranchen seien im Vergleich zum Vorjahr ins Minus gerutscht, zum Beispiel Baumaschinen, Fördertechnik, Kunststoff- und Gummimaschinen oder auch Textilmaschinen. Gleichwohl entwickelten sich beispielsweise die Landmaschinen und die Windenergie sehr gut. Der weitere Geschäftsverlauf werde sich also je nach Kundenstruktur deutlich unterscheiden. Weiterhin positiv dürften sich die Geschäftsfelder erneuerbare Energien, Energieeffizienztechnik und rohstoffnahe Anwendungen entwickeln.

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