Nanotechnik

Großbritannien forciert Kommerzialisierung von Nanotech-Anwendungen

10.11.2008 | Redakteur: Jürgen Schreier

Die landesweit 23 Nanotech-Zentren mit kommerzieller Ausrichtung sollen sich nach einer Anschub-Finanzierungsphase mittelfristig selbst tragen. Bild: UK-Invest

Die Nanotechnologie gehört zu den wachstumsstärksten Branchen in Großbritannien. Wie die Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai) mitteilt, will die britische Regierung künftig die guten Voraussetzungen des Landes im Bereich der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung stärker nutzen.

Während der globale Markt für Nanotech-Anwendungen 2006 noch bei vergleichsweise geringen 30 Mrd. US-Dollar lag, könnte er nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Lux Research bis 2015 bis auf rund 3 Bill. Dollar wachsen. Selbst in einem pessimistischeren Szenario geht Lux Research von einem Zuwachs des globalen Nanotech-Marktes auf rund 1,2 Bill. Dollar aus. Das Vereinigte Königreich hielt nach Schätzungen der University of Nottingham 2007 mit rund 10% einen beachtlichen Anteil am weltweiten Markt für nanotechnologische Anwendungen.

Statt Geld bessere Koordinierung der Projekte

Das Vereinigte Königreich rief 1986 mit der National Nanotechnology Initiative (NION) die weltweit erste Nanotechnologie-Initiative ins Leben. Inzwischen muss das Land aufpassen, dass es in diesem Bereich nicht den Anschluss an die Weltspitze verliert. Insbesondere die USA, Japan, die VR China und Deutschland stecken massive öffentliche Investitionen in die Nanotechnologie. Die britische Regierung setzt im internationalen Vergleich auf verhältnismäßig geringe öffentliche Ausgaben, versucht dies jedoch durch gute Koordination, Plattformen für den Austausch von Kompetenz und Wissen sowie zielgenaue Anschubfinanzierungen zu kompensieren.

In den kommenden Jahren investiert London zusammen mit den nationalen Wirtschaftsförderorganisationen umgerechnet bis zu 780 Mio. Euro in Projekte für nanotechnologische Forschung, Produktionsstätten und Kommerzialisierungsstrategien. Die Regierungspläne sehen vor, dass sich die landesweit 23 Nanotech-Zentren mit kommerzieller Ausrichtung nach einer Anschub-Finanzierungsphase mittelfristig selbst tragen.

Chancen auch für deutsche Unternehmen

Chancen für deutsche Unternehmen aus dem Bereich der Nanotechnologie im Vereinigten Königreich ergeben sich nach Auffassung von Ottilia Saxl vom Institute for Nanotechnology in Stirling unter anderem durch die Kooperation mit produzierenden Unternehmen aus Branchen wie Chemie, Pharmazeutika, Medizintechnik, erneuerbare Energien, Kosmetikindustrie oder Elektronik. Darüber hinaus bestehen laut Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai) in Köln Möglichkeiten durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Forschung sowie bei der Kommerzialisierung von neuartigen nanotechnologischen Anwendungen.

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