Selbstorganisierende Produktion

Die Fabrik der Zukunft denkt mit

02.11.2009 | Autor / Redakteur: Reinhold Schäfer / Reinhold Schäfer

Dr. Eric Maiser vom VDMA unterstreicht: „Sopro kann die Fertigungsindustrie revolutionieren. Die fortschreitende Miniaturisierung — insbesondere in der Mikroelektronik — erfordert bereits heute zwingend die Automatisierung von Fertigungsprozessen, um bezahlbare Produkte für alle herstellen zu können. Sopro schafft nun eine vernetzte Automatisierung und hilft damit, Fertigungsfehler viel früher zu vermeiden. Neben dem ökonomischen Aspekt sind mit effizienteren Abläufen auch ökologische Vorteile verknüpft, da energie- und ressourcenschonender produziert werden kann. Dies ist in allen modernen Industrien unverzichtbar.“

Darüber hinaus könnten in Zukunft sogar die Logistik innerhalb der Fabrik und der Nachschub von Zulieferteilen vollautomatisch erfolgen. Der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften zur Installation, Planung und Überwachung solcher Fabriken wird steigen. Selbstorganisierende Produktion ist also der nächste Schritt, die Fertigungsindustrie in Deutschland auszubauen, wettbewerbsfähiger zu machen und damit Arbeitsplätze zu sichern.

Produktion 2.0 soll in rund 20 Jahren laufen

Das Projekt Sopro startete im März 2008, läuft bis zum 28. Februar 2011 und soll in ein Verbundprogramm mit Industriepartnern münden. Vision der Beteiligten aus Wirtschaft und Forschung mit den Schwerpunkten Mikrosystemtechnik, Informationstechnik und Produktionstechnik ist es, die vollkommen intelligente Fabrik zu ermöglichen.

Fachmesse: Productronica 2009

Die Projektteilnehmer konzentrieren sich bei ihrer Arbeit insbesondere auf Methoden zur Anpassung und Änderung der gespeicherten Informationen und Aufgaben der Process-E-Grains (Rekonfigurierbarkeit), eine robuste Funkkommunikation in rauen Umgebungen und die Erarbeitung von Modulkonzepten, so dass eine Einbettung von Funksensorknoten in die Produktionsumgebung kostengünstig umgesetzt werden kann.

Auch sozioökonomische Aspekte werden berücksichtigt. Noch steckt die Entwicklung der selbstorganisierenden Produktion in den Anfängen. Nach Expertenmeinung könnten sich Produktionsstätten schon in 20 Jahren dank E-Grains grundlegend ändern.

Im Jahr 2007 war die Welt der Elektronikfertigung zuletzt Gast bei der alle zwei Jahre stattfindenden Messe in München: 1484 Aussteller waren damals gekommen. 40000 Fachbesucher (2005: 43113) besuchten sie auf der Messe. Für die Productronica 2009 erwartet der Veranstalter aufgrund der Krise 1126 Aussteller, 24 zusätzlich vertretene Unternehmen sowie 35000 Fachbesucher aus mehr als 70 Ländern. Die Ausstellungsfläche beträgt 75000 m².

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