MPDV Mikrolab

Die richtigen Daten für wichtige Kennzahlen in der Produktion sammeln

07.05.2010 | Redakteur: Reinhold Schäfer

Jochen Schumacher, Leiter MPDV Campus der MPDV Mikrolab GmbH: „Sichere Kennzahlen dienen als KVP-Beschleuniger.“ Bild: Schäfer

Jochen Schumacher, Leiter MPDV Campus der MPDV Mikrolab GmbH in Mosbach, sagte auf dem Forum Kennzahlen in der Produktion in Würzburg, dass 60% der befragten Manager mit den bisher erfassten Kennzahlen zur Beurteilung der Performance in der Fertigung nicht zufrieden sind: „Bisher werden in den Betrieben viele der dazu notwendigen Daten manuell erfasst, was sehr zeitaufwendig ist und deshalb oft auf ein Minimum beschränkt wird.“ Dazu komme, dass diese auch leicht zu manipulieren seien.

Darüber hinaus ist es auch so, dass oft auf einem Board, für alle sichtbar, solche Daten wie beispielsweise der aktuelle Krankenstand öffentlich gezeigt werde, was für die Mitarbeiter nicht sehr motivierend sei. Oft gebe es in einem Unternehmen auch widersprechende Kennzahlen, weil in einer Abteilung eine hohe Auslastung und in einer anderen eine kurze Lieferzeit maßgeblich seien. Ein Vergleich sei damit nicht möglich.

Aber selbst dann, wenn man die richtigen Daten sammelt, nützt dies nichts, „wenn keine entsprechenden Regelkreise initiiert sind, um die Kennzahlen zu verbessern.“ Das Potenzial liegt Schumacher zufolge bei 50%.

Strategie des Unternehmens muss allen Mitarbeitern bekannt sein

Um die richtigen und für das Unternehmen wichtigen Kennzahlen – und das können für unterschiedliche Unternehmen auch ganz unterschiedliche Kennzahlen sein –, muss laut Schumacher jedem Mitarbeiter die Strategie des Unternehmens vollkommen klar sein. Jeder Mitarbeiter müsse verstehen, warum diese Kennzahlen erhoben werden und wie das Unternehmen damit noch erfolgreicher werden kann.

Diese Kennzahlen sind laut Schumacher notwendig, um den Regelkreis des KVP (kontinuierlicher Verbesserungsprozess) zu beschleunigen: „Sichere Kennzahlen dienen als KVP-Beschleuniger und sind für eine ISO-9000-Zertifizierung die halbe Miete.“

MES erhebt Daten in Echtzeit

Um an gesicherte Daten zu kommen, gibt es laut Schumacher eine einfache Lösung: Über ein MES (Management Execution System), das in Echtzeit Daten automatisch erhebt, könne man die daraus berechneten Kennzahlen deutlich verbessern. Außerdem werde damit verhindert, dass die mauelle Erfassung nur halbherzig vorgenommen werde, dass die Daten manipuliert aber auch, dass zu viele unnötige Daten abgefragt werden. Und der sonst notwendige hohe Zeitaufwand werde minimiert.

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