ZVEI

Deutsche Elektroexporte so stark wie vor der Krise

23.08.2010 | Redakteur: Stéphane Itasse

Deutsche Elektrotechnik ist weltweit wieder stärker gefragt, besonders in Brasilien und China. Bild: Wago

Der Elektroaußenhandel beschleunigt sich weiter. Im Juni 2010 sind die Exporte der deutschen Elektroindustrie um 35% gegenüber dem Vorjahr gestiegen, wie der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI) mitteilt. „Mit einem Volumen von 12,6 Mrd. Euro konnte das Juni-Ausfuhrniveau des Vor-Krisen-Jahres 2008 bereits wieder übertroffen werden“, sagt ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann.

Im gesamten ersten Halbjahr 2010 summierten sich die Elektroausfuhren auf 67 Mrd. Euro. Verglichen mit den ersten sechs Monaten des Vorjahres ist dies ein Zuwachs von 22%. Die Importe elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland beliefen sich im Juni auf 11,5 Mrd. Euro und von Januar bis Juni auf 60 Mrd. Euro. Gegenüber den Niveaus des Jahres 2009 legten sie um 37 beziehungsweise 28% zu.

Elektrotechnik erlebt kräftige Export-Zuwächse nach Brasilien und China

„Die kräftigsten Impulse für das Elektroexportgeschäft kamen auch im Juni wieder aus Lateinamerika und Südostasien. Hier gab es ein sattes Plus von 83% beziehungsweise 58% gegenüber dem Vorjahr“, so Dr. Gontermann. Im gesamten ersten Halbjahr 2010 gab es vor allem bei den Ausfuhren nach Brasilien (plus 56%) und China (plus 50%) sehr hohe Zuwächse.

Alle Fachbereiche der Elektroindustrie profitieren von der derzeit dynamischen Ausfuhrentwicklung, heißt es. Die höchsten Exportsteigerungsraten verzeichneten im Juni die Bereiche Unterhaltungselektronik, Schienenfahrzeuge und Elektronische Bauelemente mit jeweils mehr als 50% plus. Zwischen Januar und Juni entwickelten sich die Zweige Fahrzeugelektrik und elektronische Bauelemente mit einem Wachstum von jeweils fast 40% besonders stark.

Euro-Abwertung hilft den Exporteuren von Elektrotechnik

„In den ersten sieben Monaten dieses Jahres hat der Euro gemessen an den für die deutsche Elektroindustrie wichtigsten Währungen – darunter US-Dollar, britisches Pfund, chinesischer Renminbi und südkoreanischer Won – weiter abgewertet“, ergänzte Dr. Gontermann. Gegenüber dem gewichteten Korb mit den Währungen der zehn größten Abnehmerländer elektrotechnischer und elektronischer Produkte und Systeme lag das Minus bei mehr als 6%, gegenüber dem Korb mit den Währungen der weltweit zehn bedeutendsten Elektro-Produktionsländer bei 11%. In einer Konjunkturumfrage des ZVEI gaben zuletzt 90% der Unternehmen an, dass der vergleichsweise schwache Euro ihr Exportgeschäft derzeit stimuliert.

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