07.10.2010 | Redakteur: Stéphane Itasse

„Die Botschaft an meinen Nachfolger: Es kommt immer anders, als man denkt.“ Dieses Fazit zog der scheidende VDMA-Präsident Dr. Manfred Wittenstein am Donnerstag in München. In der Tat hatte er sein Amt vor der Krise ungeahnten Ausmaßes angetreten, und mit einer positiven Prognose für 2011 gibt er sein Amt an seinen Nachfolger weiter.
Für das kommende Jahr schraubt der VDMA seine Wachstumsprognose auf 8% nach oben nach 6% Produktionswachstum für das Jahr 2010. „Seit dem Sommer 2009 geht es beim Bestelleingang wieder bergauf“, freute sich Wittenstein. Der Auftragseingang ist nach seinen Angaben in den ersten acht Monaten 2010 um 35% gewachsen, die Kapazitätsauslastung tendierte im Juli mit 82,9% wieder in Richtung Normalität, nur die Beschäftigtenzahl lag im Juli mit 905 000 noch unter dem Stand des Vorjahresmonats (931 000).
Getrieben wurde diese Erholung vom Export. „Besonders stark gewachsen sind die Lieferungen nach China und Brasilien“, erläuterte Wittenstein. Selbst die USA, zweitwichtigster Handelspartner der Branche, hätten ihre Maschinenimporte um 6,2% gesteigert. „Die anfänglich nahezu ausschließlich von den asiatischen Aufholländern getriebene Nachfrage steht mittlerweile auf einer breiteren Basis“, sagte er.
Doch auch das Inlandsgeschäft sei positiv am Aufschwung beteiligt. Von Juni bis August kletterte der gesamte Auftragseingang um 52%, die Inlandsorders legten um 45% zu. Zum einen profitiere die Inlandsnachfrage von der steigenden Auslastung und den Zulieferungen für Exportprodukte, zum anderen vermutet der VDMA Vorzieheffekte, weil Investitionen in Deutschland ab 2011 nur noch linear abgeschrieben werden können. „Die Abschreibungsbedingungen verschlechtern sich drastisch“, kritisierte Wittenstein und erneuerte die Forderung nach einer Fortsetzung der degressiven Afa.
Für 2011 erwartet der Maschinenbau-Verband weltweit langsameres Wirtschaftswachstum. Wittenstein nannte drei Gründe: Erstens würden die Konjunkturprogramme auslaufen, wenn sie nicht schon ausgelaufen seien, zweitens dürfte der Lageraufbau 2010 weitgehend abgeschlossen sein, und drittens würden die Strukturanpassungen als Folge der Krise noch andauern.
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