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Auslandsbestellungen retten Italiens Werkzeugmaschinenbau

01.08.11 | Autor / Redakteur: Beatrice Heise / Stéphane Itasse

„Was Sorgen macht, ist die größer werdende Kluft zwischen der Entwicklung der Bestelleingänge auf dem Inlandsmarkt und jener auf dem Auslandsmarkt“, sagt Ucimu-Präsident Giancarlo Losma. (Bild: MM-Archiv)
„Was Sorgen macht, ist die größer werdende Kluft zwischen der Entwicklung der Bestelleingänge auf dem Inlandsmarkt und jener auf dem Auslandsmarkt“, sagt Ucimu-Präsident Giancarlo Losma. (Bild: MM-Archiv)

Italiens Hersteller von Werkzeugmaschinen, Robotik und Automation haben im zweiten Quartal 2011 nur dank der Bestellungen aus dem Ausland ein Wachstum verzeichnet. Der Auftragseingang stieg um 13% im Vergleich zum zweiten Quartal 2010, wie der italienische Verband Ucimu mitteilt. Im Inland gab es indessen einen dramatischen Rückgang.

Der Indexwert erreichte insgesamt einen Stand von 90,5 (Basis 2005= 100). Die Nachfrage aus dem Ausland legte weiter um 44,5% auf einen Indexwert von 102 zu. Im Inland gab es hingegen ein Minus von 33,8%, der Index lag nur noch bei 59,2. Die italienischen Hersteller richten sich deshalb immer stärker auf den Auslandsmarkt aus, wie Ucimu berichtet.

Italienischer Markt seit 2005 um 40% geschrumpft

Im ersten Halbjahr belief sich der Zuwachs der Bestelleingänge auf 16,3% (auf einen absoluten Wert von 101,5) im Vergleich zum Zeitraum Januar bis Juni 2010. Grund war der Anstieg um 37,4% der Aufträge aus dem Ausland, welche die um 19,5% rückläufigen Bestellungen aus dem Inland wettmachen.

Die Schwäche der italienischen Maschinenbauer auf ihrem Heimatmarkt liegt laut Ucimu auch daran, dass sie ihre Produkte an die Vorstellungen der ausländischen Kunden anpassen und die der italienischen vernachlässigen. Dies mache sich insofern bemerkbar, als dass sich die italienische Nachfrage immer mehr auf ausländische Angebote beschränkt. Ebenfalls erschreckend ist hierbei die Entwicklung der qualitativen Ansprüche. Die Italiener wollen die gewohnten Produkte zu möglichst kleinen Preisen.

Qualität der italienischen Maschinenbauer sinkt

,,Diese Trends weisen auf eine gefährliche Verschiebung der Ausrichtung der Herstellerindustrie unseres Landes zu mittleren bis niedrigen Standards hin'' sagt Giancarlo Losma, Präsident von Ucimu. Gefährlich ist daran vor allem, dass sich die Inlandsgeschäfte wegen gering ausfallender Herstellermargen immer weniger lohnen. Es sei also essenziell, den Herstellern politische Anreize zu geben um damit den Inlandsmarkt wieder längerfristig zu stärken.

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