Energieeffizienz

Energie- und Ressourceneffizienz im Unternehmen umsetzen

15.11.11 | Redakteur: Stéphane Itasse

Die Explosion der Deepwater Horizon hat verdeutlicht, welche Gefahren die Förderung der ohnehin immer knapper werdenden fossilen Rohstoffe birgt. (Bild: US Coast Guard)
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Die Explosion der Deepwater Horizon hat verdeutlicht, welche Gefahren die Förderung der ohnehin immer knapper werdenden fossilen Rohstoffe birgt. (Bild: US Coast Guard)

Katastrophen in der Energiegewinnung wie die Explosion der Deepwater Horizon oder das Nuklearunglück von Fukushima haben die Ressourcen- und Verbrauchsdiskussion neu entfacht. Was Betriebe tun können, erläutert Dr. Johannes Fresner von der Stenum Unternehmensberatung und Forschungsgesellschaft für Umweltfragen.

Herr Dr. Fresner, welchen Stellenwert haben Ressourceneffizienz und -produktivität in Unternehmen?

Der Stellenwert ist generell hoch, allerdings werden die Begriffe zurzeit noch stark auf Zeit- beziehungsweise Arbeitsproduktivität reduziert. Ressourceneffizienz wird zwar technologisch auch schon auf Energie und Rohstoffe bezogen, allerdings verstärkt in Branchen, die sehr material- und energieintensiv sind, wie beispielsweise die Stahl-, Chemie- und Zementindustrie.

Inwieweit wird von den Verantwortlichen bei Ressourceneinsparungen zwischen Energie- und Materialkosten unterschieden?

Meiner Einschätzung nach wird der Materialkostenanteil erst nach kurzem Nachdenken bewusst – also nicht reflexartig. Aber die meisten befragten Mitarbeiter kommen nach kurzem Nachdenken schnell darauf, wie hoch der Anteil wirklich ist.

Energie dagegen steht derzeit stark in der öffentlichen Diskussion. Hier wurde insbesondere von großen Unternehmen bereits viel getan, für kleinere rückt das Thema gerade erst auf die Agenda. Die wenigsten haben jedoch ihren Material- und Energiedurchfluss und die genauen Zahlen dazu im Kopf – das sind allerdings die entscheidenden Voraussetzungen für einen wirksamen Optimierungsprozess, der über punktuelle Einzelmaßnahmen hinausgeht.

Was müsste passieren, damit das Optimierungspotenzial stärker ins Bewusstsein rückt und wie viel Potenzial gibt es im Energieeffizienz- und im Materialbereich?

Das Bewusstsein, dass Energieeffizienz Einsparpotenziale birgt, ist grundsätzlich da. Voraussetzung ist jedoch oft eine Initialinvestition – entweder die Zeit der Mitarbeiter für eine systematische Analyse oder Investitionen in technische Verbesserungen. Im Grunde ist es also eine Frage der wirtschaftlichen Machbarkeit und nicht der technischen. Steigende Energiepreise lassen höhere Investitionskosten zum Beispiel für Maßnahmen zur Wärmerückgewinnung wirtschaftlich werden.

Der Fokus liegt jedoch noch bei Maßnahmen, die sehr kurzfristig umsetzbar sind und sich natürlich schnell rechnen. In einigen Studien wird gezeigt, dass um die 15 bis 20% wirtschaftliche Einsparungen möglich sind – das bedarf aber auch einer systemischen Betrachtung.

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