13.12.11 | Autor / Redakteur: Klaus Lechleitner und Gerald Scheffels / Stéphane Itasse

Wie sauber muss Druckluft sein – und wie vergleichbar sind die Leistungsdaten von Druckluftfiltern? Diese Fragen werden seit Jahren intensiv diskutiert. Untersuchungen des Institutes für Energie- und Umwelttechnik (IUTA) in Duisburg bringen neue Erkenntnisse für die Bewertung der Leistungsfähigkeit von Druckluftfiltern.
An der ISO 8573-1 kann sich der Druckluftanwender seit 1991 orientieren. Sie teilt die Druckluft in Qualitätsklassen ein, indem sie jeweils den Gehalt an Partikeln, Feuchtigkeit und Restöl festlegt. Für die Filter – die entscheidenden Elemente zur Einhaltung dieser Qualitätsklassen – gab es bis zum Jahr 2007 keine Norm für die Messung der Leistungsdaten. Das führte dazu, dass ähnliche oder sogar identische Angaben der Hersteller über die Filterleistung in der Realität nicht vergleichbar waren, weil sie unter unterschiedlichen Voraussetzungen entstanden.
Zudem bezogen sich die Werte meist auf Filterelemente im Neuzustand oder wurden unter Bedingungen ermittelt, die der Praxis nicht entsprechen. Für den Anwender ist es aber notwendig zu wissen, wie sich die Filtrationsleistung über den gesamten Lebenszyklus entwickelt. Er muss nicht nur sicher sein, dass seine Vorgaben für die Druckluftqualität an jedem Punkt des Verbrauchs eingehalten werden, sondern dass auch die Wirtschaftlichkeit der Druckluftversorgung gegeben ist.
Dabei ist der Druckverlust, der bei der Beaufschlagung eines Filterelementes entsteht, ein wichtiger Faktor bei der Beurteilung des Energiebedarfs. Nach einer Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI [1] kann durch die Optimierung der Filterdurchflusswerte bei gleichbleibender Abscheideleistung eine Reduzierung des Energieeinsatzes von 5 bis 10% erreicht werden. Vergleichende Messungen von Koaleszenzfiltern unterschiedlicher Hersteller haben Unterschiede im Druckverlust von bis zu 50% ergeben (Bild 1).
Mit Verabschiedung der ISO 12500-1 im Jahre 2007 wurde erstmals die Grundlage für die Vergleichbarkeit und Beurteilung von Koaleszenzfilterelementen zur Abscheidung von Ölaerosolen geschaffen. Die Hersteller, die ihre Druckluftfilter nach dieser Norm validieren, geben damit den Abnehmern einen Beleg über die Leistungsfähigkeit der Filter und nutzen die Norm gleichzeitig zur internen Qualitätssicherung.
Es gibt jedoch nach wie vor Druckluftfilter auf dem Markt, die nicht nach dieser Norm validiert sind. Das trägt zur Intransparenz und damit zur Verunsicherung der Druckluftanwender bei.
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