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Studie Industrie 4.0

In der Praxis überwiegt Skepsis gegen das Konzept Industrie 4.0

| Autor / Redakteur: Anne Schulze / Stefanie Michel

Bild 1: Bei Produktionsprozessen jeglicher Art bietet die informationstechnische Durchdringung über Apps große Chancen für mehr Flexibilität, höhere Qualität und mehr Transparenz bei den Kosten.
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Bild 1: Bei Produktionsprozessen jeglicher Art bietet die informationstechnische Durchdringung über Apps große Chancen für mehr Flexibilität, höhere Qualität und mehr Transparenz bei den Kosten. (Bild: Flyacts)

Das von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Konzept Industrie 4.0 soll Unternehmen befähigen, die großen Potenziale der vierten industriellen Revolution zu nutzen. Bislang ist der Begriff „Industrie 4.0“ in den Unternehmen aber noch nicht durchweg bekannt – und die Praktiker sind auch kritisch.

Wer den Trend nicht mitmacht, wird abgehängt – so schätzt Dr. Armin Haupt, Leiter der CT-Abteilung für Produktionsplanung und Optimierung von Siemens in Erlangen, die Chancen ein, die mit der Umsetzung des Konzepts Industrie 4.0 verbunden sind. Gerade in den Bereichen Service und Komfort schlummern Dr. Haupt zufolge Potenziale, die mit vernetzen IT-Technologien zum ausschlaggebenden Wettbewerbsvorteil führen können.

Dr. Olaf Sauer, stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) in Karlsruhe, sieht positive Effekte, die schon durch die Vernetzung von Maschinen und IT über Apps erreicht werden können. Funktionen wie das Auslesen von Gerätedaten, Steuern und Optimieren von Produktionsanlagen in Echtzeit per Fingertap stellen aus seiner Sicht Anreize dar, sich auch von der Konkurrenz abzuheben. Solche optionalen Serviceleistungen wie etwa Updates, Abonnements, 24-Stunden-Fernwartung und mehr seien auch weniger anfällig für Absatzschwankungen und Investitionszyklen. Darüber hinaus können auch unternehmensinterne Vorteile hinsichtlich des Kostenmanagements, der Qualitätsüberwachung und Flexibilisierung des Produktionsprozesses erreicht werden. Visualisieren von Engpässen, schnelles Umverteilen von Kapazitäten, Festlegen von Parametern noch vor Produktionsbeginn und Einsehen und Auswerten von Echtzeitanalysen zu jeder Zeit und von jedem Ort aus sind beispielhafte Möglichkeiten, die mit einer stärken Mensch-IT-Maschine-Vernetzung realisiert werden können (Bild 1).

Beispiele für erfolgreiche Industrie 4.0-Umsetzungen

Erste Pionier-Unternehmen gehen beispielhaft voran und integrieren stufenweise Information- und Kommunikationstechnologien. Die Balver Zinn GmbH & Co. KG ermöglicht ihren Kunden zum Beispiel die Verfolgung der Aufträge und die jeweilige Lotbadanalyse in Echtzeit per App. Zusätzlich können nützliche Informationen – einschließlich des jeweiligen Ansprechpartners – gegeben werden (Bild 2).

Der Werkzeughersteller Walter AG bietet bereits zwei Apps für mehr Kundenservice an: einen Werkzeug-Finder, mit dessen Hilfe für das jeweilige Zerspanungsprojekt das richtige Werkzeug gefunden werden kann, und eine Anwendung zur Schnittdaten- und Wirtschaftlichkeitsberechnung. Außer der Berechnung von Schnittdaten zum Drehen, Bohren und Fräsen – zum Beispiel Drehmoment, Antriebsleistung, Spandicke – können auch verschiedene Maschinen hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit verglichen werden. Die Multi-Channel-App (Android, iOS, Web-App) ist offensichtlich stark gefragt – dem Unternehmen zufolge wurde sie bereits über 50.000 Mal heruntergeladen.

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