15.05.2008 | Redakteur: Rüdiger Kroh
„Wer hat‘s erfunden?“ wird in der Werbung gefragt. Bezogen auf die Modularität beantwortet Michael Dörr, Geschäftsführer der deutschen Afag-Niederlassung, die Frage mit „Das wissen wir nicht genau“ – um zu ergänzen: „Wer jedoch in der Handhabungstechnik als erster eine konsequente Modularisierung im industriellen Stil forciert hat, wissen wir schon, nämlich Afag.“
Seit der Entwicklung des ersten Pick-and-Place-Handlinggeräts 1981 zieht sich das Thema Modularität wie ein roter Faden durch die Produktpalette. Daran hat sich auch mit der Übernahme durch die Feintool-Gruppe im Jahr 2000 nichts geändert. Dort gehört Afag zum Segment Automation, das für einen Umsatz von 116 Mio. CHF steht, und bildet die Business Unit Components mit dem Fokus Handlingmodule und Zuführtechnik.
„Bis vor rund drei Jahren waren wir durch Umstrukturierungen viel mit uns selbst beschäftigt, doch seither geht es aufwärts“, beschreibt Dr.-Ing. Martin Daniel, Geschäftsführer der Afag AG, die Situation. „Für das erste Halbjahr 2008 erwarten wir ein Wachstum von rund 20%.“
Der wichtigste Markt für Afag ist Deutschland mit einem Anteil von deutlich über 50%. Größte Abnehmerbranche ist der Automobilbau mit rund 70%, wobei die Kunden hauptsächlich die Tier-1-Zulieferer sind. „Die Automobilindustrie boomt derzeit, aber das stärkste Wachstum haben wir in der Medizintechnik“, sagt Daniel. „Dabei sind wir als Komponentenlieferant aufgestellt“, erteilt er dem Systemgeschäft eine Absage.
Zu diesen Komponenten gehört auch das vor vier Jahren neu gestartete Achsenprogramm, das jetzt um neue Portalachsen erweitert wird. Sie sind mit Einzel- oder Doppelführung erhältlich und haben eine maximale Nutzlast von 100 kg und einen Hub von 3000 mm bei einer Beschleunigung bis zu 3 g.
„Bei der Entwicklung sind wir von den Anforderungen an eine Lösung ausgegangen und haben so die Achse ausgelegt“, erklärt Marc Zingg, Leiter des Produkt- und Innovationsmanagements. „Deshalb sind wir in der Lage, mit wenigen Achsen viele Anwendungen zu lösen“, nennt er den wichtigsten Unterschied zu Wettbewerbsprodukten.
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