29.09.2006 | Redakteur: Rüdiger Kroh
Die Konzentration auf die Kernbereiche Montage- und Handhabungstechnik brachte der Fachmesse Motek auch in ihrer 20. Auflage wieder den entsprechenden Erfolg. 784 Aussteller aus 16 Ländern zeigten...
Die Konzentration auf die Kernbereiche Montage- und Handhabungstechnik brachte der Fachmesse Motek auch in ihrer 20. Auflagewieder den entsprechenden Erfolg. 784 Aussteller aus 16 Ländern zeigten auf einer FLäche von 36 00 m² ihre Produkte und über 28 000 Besucher fanden den Weg nach Sinsheim.Im Vorfeld der internationalen Fachmesse für Montage- und Handhabungstechnik Motek sorgte eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Systemstechnik und Innovationsforschung, Karlsruhe, für Gesprächsstoff. Sie kam zu dem Ergebnis, dass das Ende der Automatisierungseuphorie erreicht sei und vor allem in der Montage viele Unternehmen ihre Automatisierung als Fehlinvestition ansähen. Nachdem der VDMA-Fachverband Robotik und Automation diese Aussagen schon zurückgewiesen hatte, trat jetzt auch die Motek den Gegenbeweis an. Bereits am ersten Messetag lag die Besucherresonanz über den Erwartungen - und das setzte sich bis zum Schluss fort. So stand nach vier Messetagen ein Rekordergebnis von 28 381 Besuchern zu Buche, was einer Steigerung von 2,4% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für die Hersteller von Scara-Robotern ist die Motek das wichtigste Forum, um ihre Produkte zu präsentieren, und entsprechend zahlreich waren sie in Sinsheim vertreten. Die Epson Deutschland GmbH, Düsseldorf, stellte die offene Robotersteuerung RC+ vor. Sie basiert auf einem 19-Zoll-Industrie-PC unter Windows NT mit Intel Pentium III CPU und 850 MHz. Damit können bis zu drei Scaras gleichzeitig angesteuert werden. Peripherieprozesse lassen sich mit bis zu 1024 externen Ein- und Ausgängen mitsteuern. Die Roboterprogrammiersprache SPEL + bietet durch die kontinuierliche Erweiterung des Befehlsvorrats und die Integration des Bildverarbeitungssystems Vision Guide 3 einen hohen Programmierkomfort. Auf einer gemeinsamen Oberfläche werden sowohl Roboter als auch Bildverarbeitung und unterschiedliche Feldbusse programmiert beziehungsweise parametriert. Mit dem Smart-Controller zeigte die Adept Technology GmbH, Dortmund, den Besuchern die neue Steuerungsgeneration für künftige Roboteranwendungen. Die integrierte Fire-Wire-Schnittstelle dient zur Kommunikation mit der Peripherie, aber auch zur Übertragung von Bilddaten an das Bildverarbeitungssystem, das ebenfalls in den kompakten Controller integriert ist. Scara-Roboter-Hersteller mit neuen Steuerungen Als europäische Vertretung der Firma Sankyo präsentierte die AES motomation GmbH, Meerbusch, die modular aufgebaute Robotersteuerung SC3100, die in 19-Zoll-Technik ausgeführt ist. Es können bis zu sechs Roboterachsen und drei Schrittmotoren angesteuert werden. Das Multitasking-Betriebssystem der Steuerung erlaubt das parallele Steuern von Robotern und Peripherie in Echtzeit. Ermöglicht wird dies durch den Motorola-Prozessor MC68040 mit 33 MHz und einen Arbeitsspeicher von 2 MB. In der Basisversion stehen bereits 32 digitale optoentkoppelte Ein- und 24 Ausgänge sowie zwei serielle Schnittstellen zur Verfügung. Ein besonderes Merkmal der Steuerung sind die vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten, die durch die Integration des Any-Bus-Moduls möglich werden. Dieses Modul unterstützt nahezu alle gängigen Bussysteme. Das Kettenfördersystem (Bild 1) der Bosch Rexroth AG, Lohr, kann jetzt auch im spanabhebenden Maschinenbereich eingesetzt werden. Eine stahlbelegte Kette ermöglicht beispielsweise die Verkettung von Dreh- und Fräszentren. Auf den gehärteten Stahlplatten können auch scharfkantige Produkte oder Komponenten mit rauen Oberflächen transportiert werden. Der Anwender hat die Wahl zwischen zwei Antriebsvarianten. Der Kurvenradantrieb ist kompakt aufgebaut und ohne zusätzlichen Aufwand im Kurvenbereich des Transportsystems integrierbar. Er überträgt 500 N Zugkraft in das System. Während beim Kurvenradantrieb die Kette nur oben liegend geführt wird, taucht sie beim Verbindungsantrieb in einen Kettensack ab. Das reduziert die Wartung auf ein Minimum. Der Verbindungsantrieb hat einen hohen Umschlingungswinkel der Kette, so dass er mit bis zu 1250 N deutlich höhere Antriebskräfte übertragen kann. Eine aus dem Transfersystembaukasten MACS aus standardisierten Komponenten aufgebaute Montagelinie stellte die Siemens Dematic AG, Offenbach vor. Damit lassen sich schwere Lasten mit wenig Kraft bewegen. Die als staufähiges System ausgelegte Anlage verknüpft manuelle Arbeitsplätze mit Automatikstationen. Die sich kontinuierlich fortbewegenden Arbeitspodeste werden über herabhängende Säulen mit Energie versorgt. Der Reibschluss des Trägerwagens zur Plattengliederkette wird gewährleistet durch ein Kunststoffstück, das durch eine einstellbare Feder an die im geschlossenen Kreislauf laufende Kette gedrückt wird. Aufgrund des günstigen Rollwiderstands ergibt sich eine Minimierung des notwendigen Antriebsmoments. Portal-Handlingmodul verfährt mit 1,5 m/s Aus standardisierten Komponenten modular aufgebaut ist das Werkstückträgertransportsystem der Preh-Werke GmbH & Co. KG, Bad Neustadt a. d. Saale. Die kompakte Ausführung sorgt für kurze Wege und die kleinen Werkstückträgergrößen von 80 mm 3 72 mm, 118 mm 3 126 mm und 126 mm 3 138 mm ermöglichen laut Hersteller Zykluszeiten unter 2 s. Die Bandgeschwindigkeit beträgt maximal 20 m/min und die Werkstückträger können mit einem Gesamtgewicht bis zu 2,5 kg belastet werden. Das Portal-Handlingmodul PMI (Bild 2) der Afag AG, Huttwil/Schweiz, ist in stufenlos zu wählenden Hublängen bis maximal 3000 mm erhältlich. Es zeichnet sich durch einen intelligenten Servoantrieb, durch hohe Verfahrgeschwindigkeiten bis zu 1,5 m/s und eine Positionier-Wiederholgenauigkeit von ±0,05 mm aus. Das Portalmodul weist ein spielarmes Zahnriemengetriebe, einen Referenzpunktschalter und einen 90 W starken DC-Motor auf. Eine digitale Leistungsendstufe und die Positioniersteuerung sowie eine lineare Auflösung von 6,7 µm gewährleisten laut Hersteller einen hohen Wirkungsgrad. Der integrierte Speicher erlaubt den Abruf von maximal 60 unterschiedlichen Fahrdatensätzen. Die Stromversorgung erfolgt wahlweise über 24 oder 40 VDC. Die Lieferung als komplettes, kompaktes Portalmodul erleichtert dem Kunden den Einbau. Die eigenständige Positioniersteuerung entlastet die übergeordnete SPS und hilft damit die unproduktiven Nebenzeiten zu verringern. Parallelgreifer in Miniaturausführung Ein Parallelgreifer in Miniaturausführung erweitert das Programm der Montech AG, Derendingen/Schweiz. Bei Abmessungen von 20 mm 3 20 mm oder 25 mm 3 25 mm wiegt er zwischen 60 und 100 g. Der Greifer ist doppeltwirkend, schließt und öffnet mit einem Betriebsdruck zwischen 3 und 6 bar. Die dabei erreichte Greifkraft beträgt am Fingerende 28 N. Der Minigreifer ist wartungsfrei und kann in jeder beliebigen Lage eingebaut werden. Die kugelgelagerte Greifbackenführung sorgt für hohe Genauigkeit und lange Lebensdauer. Neben der Präsentation von umfassenden Dienstleistungsangeboten standen bei den Herstellern von Schraubwerkzeugen Akkugeräte im Mittelpunkt. Am Stand der Atlas Copco Central Europe GmbH, Essen, waren Akku-Winkelschrauber (Bild 3) für Drehmomente von 1,5 bis 11 Nm zu sehen. Sie warten mit einer nach ISO 5393 zertifizierten Anziehgenauigkeit von ±7,5% über 6 Sigma auf und sind damit laut Atlas Copco hochwertigen Industrieschraubern ebenbürtig. Die 12-V-Modelle ziehen 8 Nm mit 500 min-1 und 11 Nm mit 380 min-1 an. Etwas langsamer in der Anziehgeschwindigkeit mit 400 beziehungsweise 300 min-1 sind die Werkzeuge mit 9,6-V-Akku. Der Akku-Stabwinkelschrauber der C. & E. Fein GmbH & Co. Elekrowerkzeuge, Stuttgart, hat einen Drehmomentbereich von 6 bis 16 Nm. Das Erreichen des voreingestellten Drehmoments wird durch das Aufleuchrten einer grünen LED signalisiert. Danach ist für 1,6 s die Wiedereinschaltverzögerung aktiviert. Sie verhindert ein unerwünschtes Nachpuffern der Verschraubung. Der 12-V-Schrauber weist einen Cmk-Wert größer als 1,67 bei ±12% auf, bezogen auf 6 Sigma. Die Ergonomie und Gewichtsverteilung des Werkzeugs erlaubt laut Hersteller eine Einhandbedienung. Akku-Winkelschrauber mit hoher Anziehgenauigkeit Für die Verschraubung von Elektro-, Elektronik- und optischen Geräten mit Kreuzschlitz-, Längsschlitz oder Torx-Schrauben hat die Robert Bosch GmbH, Stuttgart, einen 20-W-Geradschrauber entwickelt. Der nur 150 g leichte Druckluftschrauber zeichnet sich durch ölfreies und geräuscharmes Arbeiten aus, das auf der Bosch-Clean-Technik basiert. Er ist in drei Ausführungen mit Leerlaufdrehzahlen zwischen 800 und 1200 min-1 und Anziehmomenten von 0,06 bis 1 Nm erhältlich. Bei einem Luftverbrauch von 2,2 l/s eignet sich das Werkzeug für maximale Schraubdurchmesser der Größe M3. MM
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