Greifer

Vakuum-Spezialist J. Schmalz für neuen Greifer mit Innovationspreis Mittelstand ausgezeichnet

14.07.2010 | Redakteur: Dietmar Kuhn

Schmalz-Wafer-Greifer SWG: Vollflächiges Greifen von Wafern und Zellen ohne Mikrostrukturbeschädigungen der empfindlichen Oberflächen. Bild: Schmalz

Die J. Schmalz GmbH ist mit dem „Innovationspreis Mittelstand der Volksbanken Raiffeisenbanken“ ausgezeichnet worden. Für die Entwicklung eines neuen Greifers für die Photovoltaik-Industrie, den Schmalz-Wafer-Greifer (SWG), hat der Vakuumtechnik-Spezialist aus Glatten, der auch im Blechbereich erfolgreich ist, den Hauptpreis erhalten, der mit 25000 Euro dotiert ist.

Wirtschaftliche, automatisierte Solarzellenfertigung stellt hohe Anforderungen an Prozessdynamik, Präzision, und Zelleffizienz: Wafer und Zellen müssen extrem schnell, präzise und ohne Mikrostrukturschäden zu hinterlassen für die einzelnen Herstellungsprozessschritte bereitgestellt werden.

Wafer-Greifer transportiert Solarzellen ohne Abdrücke

Genau diese Anforderungen erfüllt der SWG. Im Unterschied zu herkömmlichen Vakuum- und Bernoulli-Greifern nimmt der SWG die empfindlichen Zellen vollflächig auf und erzeugt dabei keinerlei Abdrücke oder Strukturschäden. Wafer und Zellen werden selbst in extrem dynamischen Prozessen mit hoher Querbeschleunigung schlupffrei transportiert. Auch beschädigte Wafer werden sicher gegriffen und zuverlässig aus dem Prozessraum ausgeschleust.

Der Geifer ist modular aufgebaut und ermöglicht individuelle Konfiguration von Roboteranbindung, Kontaktfläche oder die Integration von Zusatzfunktionen. Dazu gehört die Integration von Sensorhalterungen die eine Teilekontrolle „on the fly“ ermöglicht wie zum Beispiel Belegungskontrolle, Abstandsmessung, Brucherkennung und erstmals bei Solarzellen die Detektion von Doppelbelegung.

Wafer-Greifer in nur fünf Monaten entwickelt

Die Entwicklungszeit des Wafer-Greifers bis zur Marktreife im Mai 2009 war mit nicht einmal fünf Monaten extrem kurz, das Produkt hat sich seither schnell am Markt etabliert. Das Preisgeld will Schmalz für die weitere Forschung und Entwicklung von Vakuum-Systemen verwenden. Insbesondere setzt das Unternehmen auf Branchen wie Verpackung, Solar oder Windkraft.

Der VR-Innovationspreis wird seit zehn Jahren an mittelständische Unternehmen in Baden-Württemberg verliehen. Teilnehmen können Betriebe, die maximal 100 Mio. Euro Umsatz machen. Die Jury besteht aus Wirtschaftsvertretern, Wissenschaftlern und Medienfachleuten. Bewertet werden technische Innovationen, nachhaltige Konzepte und kreative Leistungen.

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