PV-Produktion

Photovoltaik-Industrie setzt auf den Roboter als „Kostenkiller“

20.07.2010 | Redakteur: Jürgen Schreier

Ansaugen und wegbringen: Roboter, die Solartechnik schnell schonend befördern können, werden in der Photovoltaik immer wichtiger. Bild: Grenzebach

Um Kosten zu senken, wird in der Photovoltaikindustrie die Automatisierung von Fertigungsabläufen immer populärer. Die Branche verspricht sich davon eine gleichbleibend hohe Produktqualität, begleitet von einen Zuwachs an Produktivität.

Industrieroboter be- und entladen Anlagen zur Fertigung von Solarzellen, sortieren die fertigen Bauteile per Pick-and-Place. Sie transportieren Glasscheiben, schneiden Folien, montieren Rahmen um Solarmodule herum oder installieren neuerdings sogar Anschlussdosen. Ob bei Q-Cells in Bitterfeld, bei Conergy in Frankfurt/Oder oder bei Bosch Solar Energy in Erfurt – Produktionslinien in der Solarindustrie sind heute meist hoch automatisiert.

Das hat seinen Grund: „Hier in Europa müssen wir Kapazitäten erhöhen, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, weiß Carsten Busch, Segmentleiter Solar bei ABB Automation in Friedberg. Der Preisdruck sei enorm. Wenn man die Modulproduktion in Deutschland halten wolle, dann müssten Roboter künftig noch viel mehr Aufgaben übernehmen.

„Die Automobilindustrie hat bewiesen, dass man hierzulande erfolgreich produzieren kann.“ Auch die Solarbranche interessiert sich zunehmend für Fertigungskonzepte, die Mercedes, Porsche oder BMW stark gemacht haben. Viele Hersteller von Automatisierungstechnik wiederum bringen solches Know-how mit.

ABB hat Roboter für viele PV-Anwendungen im Portfolio

ABB bietet Roboter für nahezu alle Segmente der Zell- und Modulproduktion an – vom Flexpicker für das Umsetzen von Siliziumzellen über Anlagen zum Handhaben und Transportieren von Glasscheiben bis zum Verpacken und Palettieren der fertigen Solarmodule.

„Im Solarbereich geht es nicht in erster Linie darum, Personalkosten einzusparen“, unterstreicht Busch. Aber wenn große Mengen an Produkten mit gleichbleibend hoher Qualität gefertigt werden sollen, sind Roboter dem Menschen überlegen.

Vollautomatisches Verlöten der Strings verbessert Modulqualität

Ein Beispiel sei die Querverschaltung von Strängen aus bereits miteinander verbundenen Solarzellen, sogenannter Strings. „Wenn nur ein einziges Mal die Querverlötung nicht hundertprozentig exakt erfolgt, dann wirkt sich dies auf die Effizienz des gesamten Moduls aus“, erläutert der Manager. Eine einzige „kalte“ Lötstelle kann sogar dazu führen, dass das ganze Solarmodul unbrauchbar wird. Immer mehr Hersteller verlöten Zellen und Strings daher vollautomatisch.

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