20.02.2009 | Redakteur: Jürgen Schreier

Der Kuka-Konzern gerät zunehmend in den Sog von Finanz- und Wirtschaftskrise. So musste der Robotik-Spezialist im Geschäftsjahr 2008 einen Auftragsrückgang um 4.8% auf 1279,9 Mio. Euro hinnehmen. Weil aber der Auftragsbestand im gleichen Zeitraum nochmals leicht um 2,6% auf 542,3 Mio. Euro zulegte, ist Beschäftigung im laufenden Jahr – zumindest rein rechnerisch – für fünf Monate gesichert.
Konzernweit erreichten die Umsatzerlöse im Berichtsjahr 1266,1 Mio. Euro und lagen damit um 1,6% niedriger als im Vorjahr. Der Konzern erreichte 2008 ein Betriebsergebnis (EBIT) in Höhe von 52 Mio. Euro (Vorjahr: 70,4 Mio. Euro). Darin bereits enthalten ist die Stornierung einer Lieferung an den Getriebehersteller Getrag USA. Das Unternehmen hat am 17. November 2008 die Eröffnung eines Gläubigerschutzverfahrens nach Chapter 11 des US Bankruptcy Code beantragt.
Die Auftragseingänge des Kuka-Konzerns erreichten im vierten Quartal 251,3 Mio. Euro, was einem Rückgang um 12,7% zum entsprechenden Vorjahresquartal entspricht. Dieser Rückgang ist nach Unternehmensangaben im Wesentlichen das Ergebnis vorgezogener Aufträgen ins dritte Quartal im Bereich Robotics sowie von stabilen Auftragseingängen der Sparte Systems, die nahezu auf Niveau des Vorjahres bewegten.
Der Geschäftsbereich Robotics konnte im Geschäftsjahr 2008 seine Auftragseingänge von 434,9 Mio. Euro um 6,8% auf 464,4 Mio. Euro steigern. Besonders erfolgreich war der Geschäftsbereich im Ausbau seines General-Industry-Geschäftes und des Servicegeschäftes. Beide Geschäftsfelder verzeichneten zweistellige Zuwächse in Höhe von 24,4% bzw. 23,6% . Insgesamt wurden Auftragseingänge in der Sparte General Industry von 194,3 Mio. Euro (Vorjahr: 156,2 Mio. Euro) und im Service von 100,6 Mio. Euro (Vorjahr: 81,4 Mio. Euro) realisiert.
Die Auftragseingänge aus der Automobilindustrie gingen dagegen – vor allem wegen des schwachen vierten Quartals – um 14,1% auf 169,5 Mio. Euro zurück. Umgesetzt wurden im Geschäftsbereich Robotics 474,4 Mio. Euro (plus 14,9%). Allerdings verminderte sich der Auftragsbestand mit Stichtag 31. Dezember 2008 um 3,6% auf 100,2 Mio. Euro.
Der Geschäftsbereich Systems konnte im Geschäftsjahr 2008 neue Aufträge im Gesamtwert von 854,9 Mio. Euro hereinnehmen (minus 8,8% zum Vorjahr). Hingegen erhöhte sich der Auftragsbestand des Geschäftsbereichs Systems binnen Jahresfrist von 434,7 Mio. Euro (31. Dezember 2007) auf 450,3 Mio. Euro (31. Dezember 2008). Rechnerisch sichert dieser Auftragsbestand die Beschäftigung des Geschäftsbereichs Systems für die nächsten sechs Monate. Die Umsatzerlöse gingen im Geschäftsbereich Systems im Berichtsjahr um 6,9% auf 837,5 Mio. Euro zurück.
Das wirtschaftliche Umfeld wurde im zweiten Halbjahr 2008 durch die internationale Finanzmarktkrise und die im vierten Quartal einsetzende Rezession geprägt. Weil von der Konjunkturabschwächung nahezu alle Märkte betroffen sind, auf denen Kuka operativ tätig ist, dürften die Auswirkungen der Krise das Geschäftsjahr 2009 nachhaltig beeinflussen.
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