20.02.2009 | Redakteur: Jürgen Schreier

Für die deutschen Hersteller von industrieller Bildverarbeitung, Montage- und Handhabungstechnik sowie Robotik ist das Jahr 2008 hervorragend gelaufen: Mit einem Umsatzwachstum um 12% auf 9,2 Mrd. Euro legte die Branche im dritten Jahr in Folge spürbar zu. 2009 wird man aber kleinere Brötchen backen müssen.
Vor allem die Robotik hat nach Angaben des VDMA-Fachverbandes Robotik + Automation mit einem Wachstum von 15% auf 2,4 Mrd. Euro zu dieser positiven Entwicklung beigetragen. Hintergrund für das hohe Wachstum war nach Verbandsangaben der weltweit anhaltende Trend zur Automatisierung.
Auch die Hersteller von Montage- und Handhabungstechnik, die mit einem Wachstum von 14% auf 5,7 Mrd. Euro ihr bislang bestes Geschäftsjahr verzeichneten, konnten davon profitierten. Der über Jahre hinweg dynamischste Teilbereich, die industrielle Bildverarbeitung, legte 2008 nochmals um 1% auf 1,2 Mrd. Euro zu, wobei sich die Konjunktur-Abschwächung im zweiten Halbjahr 2008 bereits bemerkbar machte.
Angesichts ihrer starken Exportorientierung - die Ausfuhrquote liegt bei über 50% - sieht sich die Robotik und Automation von der Finanz- und Wirtschaftskrise besonders tangiert. Der zeitgleiche Konjunktureinbruch in allen Weltregionen sei selbst für eine Branche, die mit konjunkturellen Ausschlägen umzugehen weiß, eine völlig neue Herausforderung, so der Verband.
Auf der Basis des aktuell verfügbaren Wissens rechnet der VDMA-Fachverband Robotik + Automation für 2009 mit einem Rückgang des Branchenumsatzes um 6% auf 8,7 Mrd. Euro. Allerdings dürften bei den Herstellern von Montage- und Handhabungstechnik sowie in der Sparte Robotik wegen der vorhandenen Auftragsbestände (insbesondere bei Anbietern von Komplettsystemen) die Umsatzeinbußen geringer ausfallen. Prognostiziert werden dort Rückgänge um 5% beziehungsweise auf 5,4 beziehungsweise 2,2 Mrd. Euro.
Aktuell sei der Auftragseingang jedoch „völlig unbefriedigend“. Bemerkbar mache sich, dass die Automobilindustrie und ihre Zulieferer Projekte und damit auch die Beschaffung von Produktionsmitteln verschieben würden. Davon besonders betroffen dürften 2009 die Hersteller von industrieller Bildverarbeitung sein, die sich nach der Verbandsprognose auf einen Umsatzrückgang um 15% auf 1 Mrd. Euro einstellen müssen. Ursächlich sind die konjunkturell stark rückläufigen Ausrüstungsinvestitionen in wichtigen Anwenderbranchen wie der Automotive-Industrie sowie der Elektronik-, Halbleiter- und Display-Industrie.
Dennoch ist Dr. Norbert Stein, Vorsitzender des Vorstands von VDMA Robotik + Automation, zuversichtlich, dass die deutschen Hersteller gestärkt aus der Krise hervorgehen: „Die deutschen Unternehmen haben in den vergangenen Jahren deutlich stärker von der weltweit steigenden Nachfrage nach Automatisierungstechnik profitiert als ihre ausländischen Mitbewerber. Sie haben auch ihre Hausaufgaben gemacht und gehen krisenfester in den Abschwung als dies beispielsweise in den 90er Jahren der Fall war“.
Die Hersteller von industrieller Bildverarbeitung, Montage- und Handhabungstechnik und Robotik hätten, wie VDMA-Fachverband Robotik + Automation betont, die besten Voraussetzungen, mittelfristig auf den Wachstumspfad zurückzukehren: Die Hersteller konsumnaher Produkte werden mit neuen, attraktiven Produkten sowie mit einer fertigungskostenrelevanten Optimierung ihrer Prozesse versuchen, ihren Absatz anzukurbeln, ist man beim VDMA überzeugt. Von beiden strategischen Stoßrichtungen profitiere die Automatisierungstechnik.
Für die Robotik gibt es längerfristige Prognosen der International Federation of Robotics (IFR), die von kurzfristigen konjunkturellen Schwankungen abstrahieren: Die IFR geht davon aus, dass die weltweiten Roboter-Installationen bis 2011 jährlich um durchschnittlich 4% wachsen werden. Diese mittelfristige Bedarfsanalyse verdeutlicht, dass es auch wieder ausgeprägte Wachstumsjahre geben wird.
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